Ölmarkt in Bewegung: Preissteigerungen und geopolitische Spannungen
Die Ölpreise haben am Donnerstag eine kleine Aufwärtsbewegung gezeigt, konnten jedoch ihre frühen Gewinne nicht vollständig halten. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember lag bei 62,19 US-Dollar, was einem Anstieg von 28 Cent im Vergleich zum Vortag entspricht. Auch der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI mit Auslieferung im November stieg um 26 Cent auf 59,53 Dollar.
Marktbeobachter führen diese Entwicklungen auf Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zurück. In seinen Aussagen deutete er an, dass Indien zukünftig kein Öl mehr aus Russland beziehen werde – eine wichtige Einkommensquelle für den russischen Staatshaushalt und dessen militärische Ambitionen. Experten vermuten, dass Moskau sein Rohöl zu deutlichen Preisabschlägen an Indien verkauft, um die Exporte aufrechtzuerhalten.
Während ein Sprecher der indischen Regierung signalisierte, dass Indien bereit sei, mehr Energie aus den USA zu importieren, äußerte er sich nicht direkt zu den Ankündigungen aus Washington. Nach Ansicht von Mukesh Sahdev, Analyst beim australischen Analysehaus Xanalysts, hat Indien jüngst signifikant mehr Öl aus Russland als aus den USA importiert. Sollte ein Importstopp umgesetzt werden, müsse Indien auf Alternativen wie Lieferungen aus dem Nahen Osten umsatteln.
Ein zusätzlicher Faktor, der die Ölpreise belastet, ist der kräftige Anstieg der Rohölreserven in den USA. Laut dem Interessenverband American Petroleum Institute (API) stiegen diese zuletzt um 7,4 Millionen Barrel. Ein solcher Zuwachs in der weltgrößten Volkswirtschaft wirkt sich üblicherweise dämpfend auf die Ölpreise aus. Im weiteren Verlauf werden nun die offiziellen Lagerdaten der US-Regierung erwartet, die neuen Schwung in den Markt bringen könnten.

