Oktoberfest-Debatte: Eintritt oder Bier-Budget?

Die Debatte rund um die Finanzierung des Oktoberfests hat neue Fahrt aufgenommen, nachdem Bayerns Bierbrauerpräsident Georg Schneider die Einführung eines Eintrittspreises vorgeschlagen hatte, um die steigenden Kosten des Festes auszugleichen. Entgegen seiner Vorschläge bleiben Wiesn-Chef Christian Scharpf und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter jedoch bei ihrem Standpunkt: Das Oktoberfest soll weiterhin eine frei zugängliche Veranstaltung bleiben.
Laut Schneider trage der Bierabsatz erheblich zu den Kosten des Festes bei, darunter der Aufbau von Zelten und die Bezahlung von Bands und Personal. Dennoch zweifelt er daran, dass der Bierkonsum allein ausreicht, um ein derart großes Volksfest zu finanzieren, was ihn zu der Überlegung brachte, Eintrittsgelder als finanzielle Alternative in Betracht zu ziehen.
Scharpf und Reiter hingegen betonen die Bedeutung des freien Zugangs zum Oktoberfest. Die Veranstaltung soll ein Volksfest bleiben, zugänglich für alle, unabhängig von der Zahlungsfähigkeit. Während die traditionelle Oide Wiesn Eintrittsgelder verlangt, ist das Hauptgelände nach wie vor ein Ort für Familien und Besucher zur freien Erkundung.
Ein weiterer Aspekt der Diskussion betrifft die Kontrolle der Besucherzahlen. Eintrittsgebühren könnten eine präzisere Zählung ermöglichen, um Überfüllung zu vermeiden. Kritiker meinen jedoch, dass Tickets die Spontanität und zugängliche Atmosphäre beeinträchtigen könnten, da die Besucher möglicherweise weniger für andere Attraktionen ausgeben würden.
Die Bierpreise, die stets im Fokus der Oktoberfestbesucher stehen, zeugen von den ökonomischen Herausforderungen. Im Jahr 2025 lagen die Kosten für eine Maß zwischen 14,50 und 15,80 Euro, was einen Anstieg um 3,52 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutete. Ob die Preise im kommenden Jahr ähnlich steigen werden, bleibt abzuwarten.

