Google forciert Milliardeninvestitionen in Künstliche Intelligenz
Im Wettrennen um die Vorherrschaft im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) plant Alphabet, der Mutterkonzern von Google, seine Investitionen in beträchtlichem Maße zu erhöhen. Für das laufende Jahr werden Kapitalausgaben zwischen 175 und 185 Milliarden US-Dollar erwartet, die unter anderem in den Ausbau von Rechenzentren zur Unterstützung der KI-Technologie fließen sollen. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 hatte Alphabet noch 91 Milliarden investiert.
Google konkurriert mit Unternehmen wie dem ChatGPT-Entwickler OpenAI und Meta im KI-Sektor. Zurückgreifen kann der Tech-Gigant dabei auf seine Software Gemini, die sowohl als Standalone-App als auch in der Google-Suchmaschine eingesetzt wird. Dieses Engagement hat Apple überzeugt, Gemini für die nächste Generation von Siri als Basis zu verwenden. In einer Analystenkonferenz betonte Sundar Pichai, CEO von Google und Alphabet, dass Apple sich Alphabet als bevorzugten Cloud-Partner ausgewählt hat.
Das Investitionsvolumen von Google übertrifft damit die Ausgaben des Facebook-Mutterkonzerns Meta, der zuletzt Kapitalaufwendungen von bis zu 135 Milliarden Dollar gemeldet hatte. Dennoch äußerte Pichai Besorgnis, dass selbst diese beträchtlichen Investitionen möglicherweise nicht ausreichen, um die stetig wachsenden Anforderungen zu erfüllen. Insbesondere die Kapazitäten für Computernutzung, Energie, Flächen und Bauteile seien problematisch, was durch den rasanten Anstieg der Nachfrage nach Speicherchips für KI-Rechenzentren noch verschärft wird.
Die Ankündigung von Google führte zu einem Anstieg der Aktienkurse von Chipherstellern wie Nvidia, dessen Anteil im vorbörslichen US-Handel um 1,6 Prozent stieg, und Broadcom, das ein Plus von fast fünf Prozent verzeichnete. Im Gegensatz dazu büßten Alphabet-Aktien zuletzt fast zwei Prozent ein. Diese Entwicklung kommentierte Analyst Brent Thill von Jefferies mit dem Hinweis, dass trotz der Abschwächung bei Aktienrückkäufen die starke Bilanz von Alphabet den Investitionsbedarf decken könne.
Die Implikationen der hohen Investitionen für das Unternehmensergebnis wurden ebenfalls von anderen Analysten, wie etwa von Citi und Barclays, diskutiert. Die bisherigen Anzeichen für eine starke Nachfrage sollen laut Expertenmeinung Grund genug sein, weiterhin in neue Produkte zu investieren und Kapazitätsengpässe anzugehen.
Wesentlichen Anteil am Geldfluss hat das Werbegeschäft von Google, das trotz der großen Investitionen floriert. Im letzten Quartal des vergangenen Jahres konnte hier ein Umsatzwachstum von 13,5 Prozent auf über 82 Milliarden Dollar verbucht werden. Insgesamt stieg der Konzernumsatz um 18 Prozent auf 113,8 Milliarden Dollar, während der Konzerngewinn um fast 30 Prozent auf 34,5 Milliarden Dollar anstieg. Diese Entwicklung wird weiterhin mit kritischem Blick verfolgt, da die zunehmende Integration von KI-generierten Antworten in die Suchmaschine möglicherweise den direkten Traffic zu Werbeanzeigen beeinflusst.
Pichai argumentiert jedoch, dass die Verwendung von KI-Antworten die Nutzeraktivität steigert und potenziell mehr Fragen in der Suchmaschine generiert, was letztlich den Traffic erhöht und zum Werbeerfolg beiträgt.

