Nato mobilisiert 90.000 Soldaten für Abschreckungsmanöver gegen Russland
Die Nato plant, rund 90.000 Soldaten für ein Großmanöver zur Abschreckung Russlands zu mobilisieren. Diese Übung namens "Steadfast Defender" (deutsch: "Standhafter Verteidiger") wird die größte des Verteidigungsbündnisses seit Jahrzehnten sein, wie US-General Christopher Cavoli nach einem Treffen des Nato-Militärausschusses in Brüssel bekannt gab. Die Vorbereitungen für die Manöver sollen laut dem Oberbefehlshaber der Nato-Streitkräfte in Europa bereits in der kommenden Woche beginnen.
Das eigentliche Manöver wird im Februar starten und wird über einen Zeitraum von etwa vier Monaten durchgeführt. Dabei soll insbesondere die Alarmierung und Verlegung von nationalen und multinationalen Landstreitkräften trainiert werden, erklärte Cavoli weiter.
Das Szenario der Übung, wie von der Deutschen Presse-Agentur berichtet, beinhaltet einen russischen Angriff auf alliiertes Territorium, was zur Ausrufung des sogenannten Bündnisfalls nach Artikel 5 des Nato-Vertrags führt. Artikel 5 regelt die Beistandsverpflichtung innerhalb der Allianz und besagt, dass ein bewaffneter Angriff gegen einen oder mehrere Alliierte als ein Angriff gegen alle angesehen wird.
Die bisher größte Nato-Übung seit dem Ende des Kalten Krieges fand 2018 mit Schwerpunkt in Norwegen statt und umfasste rund 51.000 Soldaten. Die letzten Nato-Manöver, die größer waren als das nun geplante, fanden vor der Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 statt. Eine dieser Übungen war beispielsweise die Manöverreihe "Return of Forces to Germany" (Rückkehr von Streitkräften nach Deutschland) im Jahr 1988, an der etwa 125.000 Soldaten teilnahmen.
Hintergrund dieses Manövers ist vor allem Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Das Nato-Partnerland kämpft seit fast zwei Jahren mit massiver Militärhilfe, insbesondere aus den Nato-Staaten, gegen russische Invasoren. (eulerpool-AFX)

