Nach 10 Jahren Entwicklung endlich da – doch diese Probleme ruinieren den Start von Lost Soul Aside!
Es ist eine jener Geschichten, die die Gaming-Welt liebt: Ein einzelner Entwickler, Yang Bing, beginnt 2014 mit einer Vision, einem Traum von einem rasanten Action-RPG. Über ein Jahrzehnt später ist aus diesem einsamen Projekt unter dem Banner von Ultizero Games endlich ein fertiges Spiel geworden. „Lost Soul Aside“ hat das Licht der Welt erblickt, ein Moment, der eigentlich von purem Triumph geprägt sein sollte. Stattdessen ist die Realität eine ernüchternde. Die ersten Reaktionen auf Steam zeichnen ein ambivalentes Bild, das mit einer „ausgeglichenen“ Bewertung und nur 56 Prozent positiven Rezensionen einen spürbaren Dämpfer für die lange gehegten Hoffnungen darstellt.
Der Prolog als Stolperstein
Die Kritik entzündet sich vor allem an technischen Unzulänglichkeiten, die den Einstieg ins Abenteuer empfindlich trüben. Insbesondere das Ruckeln in einigen Zwischensequenzen des Prologs wurde von vielen Spielenden bemängelt. Ultizero Games reagierte umgehend auf diese Beschwerden und schaffte Transparenz. In einer Stellungnahme erklärte das Studio, dass einige dieser Filmsequenzen vorgerenderte Videos in 4K-Auflösung mit 30 Bildern pro Sekunde seien, was bei der Wiedergabe zu den unschönen Stotterern führen kann. Man entschuldigte sich aufrichtig für die entstandenen Unannehmlichkeiten und versprach, bereits an Optimierungen zu arbeiten, die mit zukünftigen Updates für ein flüssigeres Spielerlebnis sorgen sollen.
Eine Litanei an Baustellen
Doch das Ruckeln ist leider nur die Spitze des Eisbergs, wie ein Blick in die Nutzerrezensionen offenbart. Die Liste der Kritikpunkte ist länger und berührt fundamentale Aspekte des Spielerlebnisses. Spieler monieren eine unausgewogene Audio-Abmischung, welche die Atmosphäre stört, und eine englische Sprachausgabe, deren Qualität nicht mit dem visuellen Anspruch mithalten kann. Weiterhin stehen das Speichersystem und eine als „schwebend“ empfundene, unpräzise Steuerung im Kreuzfeuer der Kritik. Besonders frustrierend wird die Situation durch die Tatsache, dass sich Zwischensequenzen offenbar nicht überspringen lassen – ein Umstand, der die Stotter-Problematik im Prolog zu einer echten Geduldsprobe macht. Allgemeine Performance-Einbrüche auf dem PC runden das Bild eines technisch noch unreifen Produkts ab.
Das Versprechen auf Besserung
Die Entwickler zeigen sich jedoch gewillt, diese Scharten auszuwetzen und das ramponierte Vertrauen der Community zurückzugewinnen. Man versicherte, die Performance-Probleme auf dem PC aktiv zu untersuchen und „sehr bald“ ein entsprechendes Update mit Korrekturen zu veröffentlichen. Es bleibt die Hoffnung, dass es Ultizero Games gelingt, durch schnellen und effektiven Feinschliff die unbestreitbar vorhandenen Qualitäten des Spiels von seiner technischen Last zu befreien. Der Wille, das einst so vielversprechende Projekt zu dem zu machen, was es immer sein sollte, ist spürbar. Fans, die sich selbst ein Bild machen möchten, können neben der Vollversion für PC und PS5 auch auf eine kostenlose Demo zurückgreifen.

