Mittelmeer zieht - Deutschland bleibt gefragt: Reisen 2025 im Aufwind
Die Reisesehnsucht der Deutschen bleibt ungebrochen, insbesondere die Sonnenziele rund um das Mittelmeer stehen hoch im Kurs. Trotz steigender Flugpreise boomt der Luftverkehr, was sich in einer Zunahme der Passagierzahlen an deutschen Flughäfen widerspiegelt. Auch der Inlandstourismus behauptet sich weiter auf hohem Niveau, wie das Statistische Bundesamt für die erste Jahreshälfte berichtet.
In den ersten sechs Monaten zählte man an deutschen Flughäfen 99,4 Millionen Reisende, ein Anstieg von 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dennoch liegen diese Zahlen unter den Spitzenwerten des Jahres 2019, somit wurde das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht. Gleichzeitig verzeichneten deutsche Hotels einen minimalen Anstieg an Übernachtungen von 0,1 Prozent, was auch die Attraktivität von heimischen Urlauben unterstreicht. Der Rückgang internationaler Gäste erklärt sich teilweise durch das Fehlen von Großereignissen wie der Fußball-Europameisterschaft im Vorjahr.
Jens Bischof, Präsident des BDL und Chef von Eurowings, macht allerdings auf die hohen Steuer- und Gebührenlasten aufmerksam, die den deutschen Luftverkehr erschweren. Die Mehrkosten durch Steuern und Gebühren belaufen sich auf rund 35 Euro pro Passagier, während Flüge aus Spanien lediglich mit 6,50 Euro belastet werden. Dies führt dazu, dass zahlreiche ausländische Billigairlines deutschen Boden meiden und somit das innerdeutsche Flugangebot schrumpft. Einziger Lichtblick sind touristische Fluggesellschaften wie Condor und Tuifly, die ihr Angebot signifikant ausgebaut haben.
Am Münchner Flughafen erwartet man in den Sommerferien 6,4 Millionen Passagiere, ein Zuwachs zu den Vorjahren. Auch in Frankfurt wurden bereits zur Jahresmitte 300.000 zusätzliche Passagiere verbucht. Trotz des gemischten Sommerwetters der letzten Wochen lässt sich kaum einschätzen, inwieweit spontane Reiseentscheidungen getroffen wurden.
Reisebüros blicken optimistisch in die Zukunft, die bevorzugten Ziele für den Sommer 2025 bleiben die Badeorte am Mittelmeer mit Spanien, der Türkei und Griechenland an der Spitze. Kreuzfahrten und Fernreisen erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit. Eine bemerkbare Kostenbewusstheit in der Bevölkerung lässt jedoch auch günstigere Destinationen wie Bulgarien und Tunesien aufleben.
Die deutschen Hotels sind von einer spürbaren Zurückhaltung in der Konsumfreudigkeit betroffen; die Auslastung lag zwischen Januar und Mai bei einem Durchschnitt von 63,5 Prozent. Tobias Warnecke vom Hotelverband Deutschland sieht dennoch vorsichtig optimistisch in die Zukunft und erwartet, dass sich die Nachfrage stabil halten wird.

