Entspannung an der Inflationsfront: Eurozone auf Kurs, EZB-Wachsamkeit bleibt bestehen
Die inflationäre Entwicklung in der Eurozone zeigt zum Jahresende eine beruhigende Tendenz, unterstützt durch rückläufige Energiekosten. Laut der ersten Schätzung von Eurostat stiegen die Verbraucherpreise im Dezember lediglich um 2,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dieser Wert trifft exakt die angestrebte Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB), die eine mittel- bis langfristige Stabilität bei zwei Prozent vorsieht und signalisiert eine mögliche Entlastung für die Verbraucher.
Im Vormonat November lag die Teuerungsrate noch bei 2,1 Prozent. Mit dem erneuten Sinken der Quote erfüllt die Eurozone die Erwartungen der Finanzmärkte. Die Statistikbehörde verzeichnete jedoch im Monatsvergleich für Dezember einen leichten Anstieg um 0,2 Prozent. Einen wesentlichen Beitrag zur abgeschwächten Inflation leistet die Verringerung der Energiepreise, die im Dezember um 1,9 Prozent im Jahresvergleich fielen. Gleichzeitig treten Dienstleistungen mit einem Preisanstieg von 3,4 Prozent als Inflationsfaktor auf.
Besondere Aufmerksamkeit erfährt die Kerninflationsrate, unter Ausschluss der volatilen Segmente Energie und Nahrungsmittel. Diese sank von 2,4 Prozent auf 2,3 Prozent. Innerhalb der Eurozone zeigt sich ein differenziertes Bild: Estland berichtet von der höchsten Teuerungsrate mit 4,1 Prozent, gefolgt von Österreich mit 3,9 Prozent. Frankreich hingegen verzeichnet eine vergleichsweise niedrige Rate von 0,7 Prozent. Die deutsche Inflation reiht sich mit 2,0 Prozent exakt in den Eurozonen-Durchschnitt ein.
Ökonomen sehen die Chance für einen fortgesetzten Rückgang der Inflation im neuen Jahr. Claus Vistesen von Pantheon Macroeconomics erwartet weitere Abschwächungen auf 1,7 Prozent im Januar und 1,6 Prozent im Februar. Trotz dieser Entlastungen blieb die EZB bislang bei ihrer Entscheidung, die Leitzinsen nicht zu ändern, und eine Zinssenkung im ersten Quartal erscheint weiterhin unwahrscheinlich.

