Medwedew provoziert mit Entführungsfantasien gegenüber westlichen Staatschefs
Dmitri Medwedew, einstiger Präsident Russlands und derzeit Vizevorsitzender des nationalen Sicherheitsrates in Moskau, hat kürzlich mit polemischen Äußerungen von sich reden gemacht. Gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Tass äußerte er sich zu der Möglichkeit, westliche Staats- oder Regierungschefs zu entführen, und wagte dabei einen besonders markanten Vorstoß gegen den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz. Medwedew nannte solch eine Entführungsaktion eine mögliche "hervorragende Wendung in dieser Karnevalsserie" und untermauerte seine Aussagen mit fragwürdigen Anschuldigungen gegen Merz.
Der frühere Kremlherrscher, der von 2008 bis 2012 die Geschicke Russlands leitete, hat sich in den letzten Jahren als vehementer Kritiker westlicher Mächte profiliert. Seine jüngsten Provokationen fügen sich nahtlos in eine seit Langem bekannte Rhetorik ein, die den Westen und insbesondere die Ukraine im Visier hat. Er kritisierte insbesondere die Reaktion Europas auf die politische Lage in Venezuela und sprach von einem "doppelten Standard".
Mit Blick auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sieht Medwedew zudem keinen Anlass zur Entspannung. Selenskyjs Amtszeit sei nach seinen Aussagen eigentlich abgelaufen, doch bleibe dieser gemäß der Verfassung während des Krieges im Amt. Medwedews Worte scheinen ein weiterer Versuch zu sein, das politische Klima zwischen Russland und dem Westen zu verschärfen.

