Lanxess trotzt schwierigen Zeiten: Strategische Maßnahmen für die Zukunft
Der Chemiekonzern Lanxess zeigt sich in einem weiterhin komplexen wirtschaftlichen Umfeld zunehmend vorsichtig in Bezug auf die Ertragsprognosen für das laufende Jahr. Geopolitische Spannungen sowie anhaltende Handels- und Zollkonflikte, insbesondere zwischen den USA und China, bilden die wesentlichen Herausforderungen, die das Unternehmen am Donnerstag hervorhob.
Zusätzlich erschwert der wachsende Wettbewerbsdruck aus Asien das Marktumfeld, insbesondere im Schlussquartal des Jahres. Matthias Zachert, der Vorstandsvorsitzende von Lanxess, reagiert darauf mit einer weiteren Verschärfung des Kostenmanagements. Langfristig hofft er auf eine Belebung der Geschäfte, wobei der Konzern im zweiten Halbjahr 2026 von einer Entspannung der internationalen Zollstreitigkeiten und Investitionen in die deutsche Infrastruktur profitieren könnte. Ab 2027 könnten Anti-Dumping-Maßnahmen sowie eine Marktkonsolidierung zusätzliche Entlastung bringen.
Aktuell jedoch liegt der Fokus auf erheblichen Kosteneinsparungen, wobei Zachert zusätzliche 100 Millionen Euro einsparen möchte. Obwohl konkrete Details noch fehlen, könnte dies erneut Arbeitsplätze betreffen. Diese Schritte ergänzen bestehende Programme, die dauerhaft Einsparungen von 150 Millionen Euro bis Ende 2025 und 50 Millionen Euro bis Ende 2027 anstreben. Bereits jetzt wurden relevante Maßnahmen umgesetzt, wie die Einstellung der Hexan-Oxidation in Krefeld-Uerdingen oder die geplante Schließung der Aromachemikalien-Produktion in Widnes, Großbritannien.
Der Rückgang im dritten Quartal zeigt die gegenwärtigen Herausforderungen: Der Umsatz sank um gut 16 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro, das operative Ergebnis (Ebitda) fiel um 28 Prozent auf 125 Millionen Euro. Neben schwacher Nachfrage und niedrigen Preisen belasteten negative Wechselkurseffekte und der Verkauf des Urethane Systems Geschäfts zum 1. April 2025 die Bilanz. Unter dem Strich resultierte ein Verlust von 77 Millionen Euro gegenüber einem Gewinn von einer Million im Vorjahr.
Für 2025 wird nun ein um Sondereffekte bereinigtes Ebitda am unteren Ende der bisherigen Prognose von 520 bis 580 Millionen Euro erwartet. Analysten hatten dies bereits im Vorfeld antizipiert. Entscheidend wird sein, dass die saisonale Schwäche zum Jahresende dieses Mal nicht so stark wie üblich ausfällt. Die Aktienmärkte reagierten empfindlich: Die im MDax gelistete Lanxess-Aktie verlor im frühen Handel 7,4 Prozent und erreichte ein Tief seit 2009. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus damit nahezu ein Viertel, während der Branchenindex Stoxx Europe 600 Chemicals in 2025 um etwa fünf Prozent nachgab.

