Kreml in der Krise: Überraschende Entwicklungen im russischen Verkehrsministerium
Mit einem unerwarteten politischen Schachzug hat Kremlchef Wladimir Putin den erst seit gut einem Jahr amtierenden Verkehrsminister Roman Starowoit entlassen. Der genaue Grund für die Abberufung des zuvor im Mai des vergangenen Jahres zum Minister ernannten Politikers wurde im offiziellen Erlass aus Moskau nicht genannt.
Doch spekulieren politische Beobachter über mögliche Verfehlungen während seiner Zeit als Gouverneur im Gebiet Kursk, das im vergangenen Jahr von ukrainischen Truppen bedrängt wurde. Der Interimsposten des Verkehrsministers geht an Andrej Nikitin, bislang Stellvertreter von Starowoit.
Starowoit sieht sich nicht zuletzt mit Vorwürfen konfrontiert, die in die Zeit seiner Gouverneurschaft zurückreichen. Sein Nachfolge-Gouverneur in Kursk, Alexej Smirnow, wurde bereits wegen angeblichen Betrugs festgenommen — ein Vorwurf, der sich um die Veruntreuung von Geldern für Grenzbefestigungen dreht.
Dazu kommt der unübersehbare Druck auf den russischen Flughafenbetrieb, der durch häufige Drohnenangriffe erheblich gestört wird. Tausende Flugreisende sind von Flugausfällen betroffen, mittendrin in der Ferienzeit.
Kommentatoren vermuten, dass die daraus resultierenden hohen finanziellen Verluste in der Luftfahrtbranche ebenfalls zur Entscheidung der Entlassung beigetragen haben könnten.

