EU will europäische Cloud-Anbieter bevorzugen
Brüssel - Die Europäische Union will ihre Abhängigkeit von US-Technologieanbietern reduzieren und bei öffentlichen Aufträgen künftig europäische KI- und Cloudanbieter bevorzugen. Das geht aus einem Papier zum geplanten "Cloud and AI Development Act" hervor, über das das "Handelsblatt" (Freitagausgabe) berichtet.
Nach dem Entwurf soll die EU vor allem bei hochsensiblen Daten mehr Kontrolle gewinnen. Daten aus Bereichen wie Verteidigung oder Gesundheit sollen künftig nur noch in "souveränen" Clouds gespeichert werden, auf die fremde Regierungen keinen Zugriff haben und die auch bei Handelskonflikten oder Sanktionen nicht abgeschaltet werden können.
Zudem will die Kommission die europäische Halbleiterproduktion besonders fördern. Ein Ausschluss von US-Anbietern wie Google, Microsoft oder Amazon ist dennoch nicht vorgesehen. Wegen ihrer starken Marktstellung bleiben sie für europäische Verwaltungen und Unternehmen auf absehbare Zeit unverzichtbar. Die Kommission will jedoch schrittweise die Abhängigkeit abbauen.
Konkret will die Kommission vier Stufen von Cloud-Souveränität definieren. Dabei soll es unter anderem darum gehen, wer den Dienst, die Lieferkette und die Datenverarbeitung kontrolliert, wo die Infrastruktur steht und wie die Cybersicherheit organisiert ist. Die Mitgliedstaaten sollen dazu Souveränitätsrisikobewertungen vornehmen und festlegen, welche Anwendungen in ihren Verwaltungen welche Sicherheitsstufe erfordern. Die Kommission will dafür Leitlinien vorlegen.
Die Pläne sollen in der kommenden Woche vorgestellt werden. Details können sich bis dahin noch ändern.


