Internet

Kommt eine Social-Media-Altersgrenze ab 14 Jahren?

22. Februar 2026, 16:01 Uhr · Quelle: dpa
Apps auf dem Smartphone
Foto: Alicia Windzio/dpa
Die Altersgrenze soll für Apps wie Instagram, Tiktok, Snapchat und andere soziale Medien gelten. (Archivbild)
Strengere Vorgaben für den Umgang junger Menschen mit sozialen Medien bekommen immer mehr Unterstützung. Nach der SPD votiert nun auch die CDU für gesetzliche Schranken.

Stuttgart (dpa) - Ein Mindestalter für soziale Medien wie Tiktok und Instagram zum Schutz von Kindern und Jugendlichen rückt immer näher. Nach der SPD plädiert nun auch die CDU dafür. Der Parteitag in Stuttgart nahm einen Antrag an, der die Bundesregierung auffordert, «eine gesetzliche Altersgrenze von 14 Jahren für die Nutzung sozialer Netzwerke einzuführen». Sie wird außerdem aufgefordert, das «besondere Schutzbedürfnis bis zum 16. Lebensjahr im digitalen Raum» auszugestalten. 

Der Koalitionspartner SPD dringt jetzt darauf, dass die Idee schnell zum Gesetz wird. «Dass die Union nun auf unsere Linie eines Social-Media-Verbots unter 14 Jahren einbiegt und damit auch den Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum verbessern möchte, begrüße ich ausdrücklich», sagte der erste Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Dirk Wiese, der «Bild». «Nun sollten wir sehr zeitnah im Deutschen Bundestag gemeinsam ein konkretes Gesetz verabschieden.» 

Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hatte kurz vor dem Parteitag bereits Sympathie für den Vorstoß für eine Social-Media-Altersgrenze erkennen lassen - ebenso wie für den konkreten Vorschlag aus der mitregierenden SPD.

Umsetzung offen

Wann ein solches Gesetz genau kommt, ist aber noch offen. Denn der dritte Koalitionspartner CSU scheint nicht mitzuziehen. «Diese Verbotsdebatte geht an der Wirklichkeit vorbei», sagte der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Hoffmann, der «Augsburger Allgemeinen». Den richtigen Umgang mit Social Media lernten Kinder und Jugendliche nicht durch Verbote. Nötig seien eine Stärkung der Medienkompetenz und ein besserer Schutz vor jugendgefährdenden Angeboten. Dafür müsse die Politik die Betreiber der Plattformen in die Pflicht nehmen, anstatt Kindern und Jugendlichen mit Verboten den Raum zur Ausbildung digitaler Fähigkeiten zu nehmen.

 In ihrem Koalitionsvertrag haben CDU, CSU und SPD lediglich pauschal vereinbart, den Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt zu stärken. 

Die CDU plädiert in ihrem Beschluss nun dafür, als Grundlage für die Regeln die Empfehlungen einer von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission zu nutzen. Diese soll im Sommer ihre Ergebnisse vorlegen. Die Bundesregierung werde aufgefordert, die zu erwartenden Vorschläge gemeinsam mit den Ländern umzusetzen, heißt es bei der CDU. 

Antrag fordert Regelungen zu Altersverifikation 

Der Landesverband Schleswig-Holstein hatte das Thema auf dem Parteitag angestoßen. Ein ursprünglicher Antrag der Nord-CDU sah eine Altersgrenze von 16 Jahren und mehrere weitere Forderungen vor. Später wurde ein neuer Text formuliert und zur Annahme empfohlen.

Konkret fordert die CDU nun auf nationaler und europäischer Ebene gesetzliche Regelungen, die Plattformbetreiber zum Einrichten einer datenschutzkonformen Altersverifikation verpflichten. Eine bloße Selbstauskunft als «Klick-Abfrage» soll nicht ausreichen. Bei Verstößen sollen «empfindliche Bußgelder» drohen. Die CDU setzt sich für eine EU-weite Harmonisierung von Altersstandards ein, um Umgehungen der Regeln über andere Mitgliedstaaten zu verhindern.

SPD will Jugendversion von Plattformen für Unter-16-Jährige

Führende SPD-Politiker hatte vorgeschlagen, für die Altersverifikation die App «EUDI-Wallet» zu nutzen. Das ist eine Art digitales Portemonnaie, in dem beispielsweise Personalausweis und Führerschein der Erziehungsberechtigten gespeichert sind. Die App soll Anfang 2027 in Deutschland starten. Wer ein Instagram- oder Tiktok-Konto einrichtet, soll über die Wallet der Eltern das Alter nachweisen müssen.

Für Jugendliche unter 14 Jahren will die SPD den Zugang zu Social Media komplett sperren, für Jugendliche zwischen 14 und 16 soll es Jugendversionen der Plattformen geben. Die dürften dann keine suchtverstärkenden Funktionen wie Endlos-Scrollen oder automatisches Abspielen von Inhalten enthalten. Zudem müsste eine Jugendversion ohne algorithmisch gesteuerte Feeds auskommen, die Videos und Posts personalisiert vorschlagen. 

Ergänzende Medienbildung 

Die CDU will ihren Vorstoß flankieren durch stärkere Medienbildung in Schulen. Vermittelt werden sollten etwa Wissen über Wirkmechanismen von Algorithmen und zum Schutz vor Cybermobbing und digitaler Manipulation. Angebote müssten Eltern einbeziehen. Medienkompetenz stärke zudem die «demokratische Resilienz gegen Desinformation und Radikalisierung».

Die CDU fordert mit dem Parteitagsvotum auch mehr Transparenzpflichten. Es brauche gesetzliche Regelungen, um die Entscheidungen von Algorithmen nachvollziehbar zu machen. Zudem müssten Verfahren zum schnelleren Löschen rechtswidriger Inhalte geschaffen werden. Wenn man rechtswidrige Inhalte einstelle oder auf seinen Plattformen dulde, müssten Bußgelder drohen.

Update: In einer früheren Version des Artikels sprach Wiese (SPD) von einem Verbot ab 14 Jahren. Die SPD-Fraktion hat das korrigiert, es geht um ein Verbot unter 14 Jahren.
Partei / CDU / Internet / SPD / Deutschland / Wochenendzusammenfassung / Altersgrenze
22.02.2026 · 16:01 Uhr
[1 Kommentar]
SwitchBot präsentiert smarte E-Ink-Wetterstation mit Kalenderfunktion
Das neue All-in-One-Smart-Home-Display wurde entwickelt, um Wetterinformationen, Raumklima, Kalendertermine und Smart-Home-Steuerung übersichtlich auf einem Bildschirm zusammenzuführen. Zu den wichtigsten Highlights zählen ein 7,5 Zoll großes E-Ink-Display, integrierte Sensoren für Temperatur und Luftfeuchtigkeit, die Unterstützung von bis zu drei […] (00)
vor 1 Stunde
Wolfgang Ischinger (Archiv)
München - Der ehemalige deutsche Botschafter in Washington und Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hält die Wahlniederlage Deutschlands bei der Kandidatur als nicht-ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat für keine großes Problem. "Erstens mal ist das jetzt keine Großkatastrophe", sagte Ischinger dem TV-Sender "Welt" am […] (00)
vor 6 Minuten
Laufsteg-Star Heidi Klum hat eine offizielle Rolle bei UNICEF USA übernommen.
(BANG) - Heidi Klum fühlt sich "geehrt", zur neuesten Botschafterin von UNICEF USA ernannt worden zu sein. Das 53-jährige Model begann bereits 2011 mit der Kinderhilfsorganisation zusammenzuarbeiten und freut sich sehr über die Ernennung zur Botschafterin der Organisation. Heidi sagte gegenüber dem Magazin 'People': "Ich fühle mich durch diese […] (01)
vor 2 Stunden
Xbox Game Pass im Juni 2026: Persona 5 Royal kehrt zurück, neue Day-One-Spiele starten
Kurz vor dem großen Xbox Games Showcase füllt Microsoft den Xbox Game Pass wieder auf. Die erste Juni-Welle bringt mehrere neue Spiele für Cloud, Konsole, PC und teilweise auch Handhelds. Besonders spannend sind die Rückkehr von Persona 5 Royal , das Boxspiel Undisputed und neue Day-One-Veröffentlichungen wie Solarpunk, Starseeker: Astroneer […] (00)
vor 1 Stunde
Sydney Sweeney wird eine neue Version von Katrina Van Tassel in einer Verfilmung von Lindsey Anderson Beers noch unveröffentlichtem Buch 'Hollow' spielen.
(BANG) - Sydney Sweeney wurde für Lindsey Anderson Beers Neuinterpretation von 'The Legend of Sleepy Hollow' besetzt. Die 'Euphoria'-Darstellerin hat ihre nächste große Rolle ergattert, nachdem Beer – bekannt als Autorin und Regisseurin von 'Pet Sematary: Bloodlines' aus dem Jahr 2023 – eine Kinoadaption ihres Debütromans 'Hollow' auf den Weg gebracht […] (00)
vor 2 Stunden
Thomas und Lisa Müller
München (dpa) - Fußballstar Thomas Müller und seine Frau, die Dressurreiterin Lisa Müller, sind nicht mehr zusammen. Das bestätigte der Medienanwalt der beiden, Christian Schertz, der «Bild»-Zeitung. Das Paar habe sich einvernehmlich vor einiger Zeit getrennt, hieß es. Schon seit Monaten hatte es Spekulationen über die Beziehung der Müllers gegeben.  […] (01)
vor 36 Minuten
kostenloses stock foto zu aktienmarkt, anlagestrategien, austausch
Mastercard hat angekündigt, sein globales Kartenabwicklungsnetzwerk für regulierte Stablecoins zu öffnen. Diese Maßnahme soll es Kartenherausgebern und -akzeptanten ermöglichen, Kartentransaktionen direkt auf der Blockchain abzuwickeln. Das Unternehmen plant, diesen Service über acht verschiedene Blockchains hinweg anzubieten und beschreibt dies als […] (00)
vor 1 Stunde
Langfristige Perspektive für Kupfer bestens
Herisau, 03.06.2026 (PresseBox) - Anzeige/Werbung - Dieser Artikel wird verbreitet im Namen von Axo Metals Corp. und Mogotes Metals Inc., mit der die SRC swiss resource capital AG bezahlte IR-Beraterverträge unterhält · Ersteller:  SRC swiss resource capital AG · Autorin:  Ingrid Heinritzi · Erstveröffentlichung:  03.06.2026, 16: 55 Uhr Zürich/Berlin · […] (00)
vor 3 Stunden
 
Faltbares iPhone Ultra soll trotz dünner Bauweise eine Dampfkammerkühlung erhalten
Apples erstes faltbares Smartphone, das voraussichtlich unter dem Namen […] (00)
Donald Trump
Washington (dpa) - US-Behörden sollen nach einem Erlass von Präsident Donald Trump […] (02)
FlexStrike Wireless-Fightstick hat ein Releasedatum
Ab dem 6. August wird der mit PlayStation 5 und PC* kompatible FlexStrike Wireless- […] (00)
mode, sommer, sonne, beach, nature, sunset, holiday, sunshine, summer, sun
Regen von der Ostsee bis nach Sachsen Am Mittwoch fällt von der Ostsee bis nach Sachsen […] (02)
Charles Leclcerc
Monte Carlo (dpa) - Pünktlich zu seinem großen Heimrennen in Monaco hat Charles […] (01)
ProSiebenSat.1 sichert sich umfangreiche Sony-Inhalte für TV und Joyn
Ein neuer 360-Grad-Deal bringt Blockbuster, Serien, Anime und fünf zusätzliche FAST-Channels zu […] (00)
Reolink OMVI X16 PoE – Rundum-Abdeckung, scharfe Details, intelligenteres Tracking
Reolink  bringt mit der  OMVI Series  und der Power-Efficient Series zwei neue […] (00)
Eintrittsgeld für den Kölner Dom: Ein notwendiger Schritt? Die Diskussion um die […] (00)
 
 
Suchbegriff