Koalitionsdynamik: Differenzen und Fortschritte beim Wehrdienstgesetz
In der politischen Arena der Ampel-Koalition stehen weiterhin Meinungsverschiedenheiten auf dem Programm, insbesondere in Bezug auf das Wehrdienstgesetz. Vizekanzler und SPD-Politiker Lars Klingbeil zeigt sich gelassen angesichts der Differenzen in der Zusammenarbeit und unterstreicht die Bedeutung der erzielten Resultate. Die Regierung hat ambitionierte Ziele vor Augen, die sowohl die ökonomische Stabilität als auch die internationale Position Deutschlands betreffen. Prozesse wie der Bürokratieabbau und die Schaffung sicherer Arbeitsplätze stehen auf der Agenda, auch wenn der Weg dorthin mancherorts uneben sein mag.
Der beschlossene Entwurf des Wehrdienstgesetzes, über den das Kabinett am Mittwoch entscheiden soll, steht stellvertretend für den Diskurs innerhalb der Koalition. Vergangenen Montag sorgte Außenminister Johann Wadephul von der CDU mit einem Ministervorbehalt zunächst für Verstimmung. Dieser Vorbehalt hatte das Ziel, Bedenken der Union zu adressieren, die klare jährliche Zielvorgaben für die Bemannung der Bundeswehr mit freiwilligen Rekruten fordert. Sollte diese Zielvorgabe nicht erreicht werden, könnte dies eine Debatte über die Wiederaufnahme der Wehrpflicht entfachen. Doch nach konstruktiven Verhandlungen innerhalb der Ministerien zog Wadephul seine Vorbehalte zurück.
Klingbeil machte deutlich, dass es zunächst darum gehe, die grundlegenden Kapazitäten für Rekrutierungs- und Ausbildungsprozesse wiederherzustellen. Die Rückkehr zu alten Strukturen erfordere mehr als nur einen simplen Schalterumleg, auch die einst allgegenwärtigen Kreiswehrersatzämter oder Kasernen müssten schrittweise und sorgfältig reaktiviert werden. Diese Aufgabe nimmt die Regierung nun gemeinsam in Angriff, um den Verteidigungsminister bei der Modernisierung der Verteidigungsstrukturen zu unterstützen.

