Lufthansa und Air France-KLM heben ab: Positive Prognosen beflügeln Aktienkurse

Lufthansa-Aktionäre dürfen aufatmen: Die erfreulichen Geschäftszahlen von Air France-KLM haben nicht nur die Papiere des französisch-niederländischen Flugkonzerns in die Höhe getrieben, sondern auch den Aktienkurs der deutschen Konkurrenz beflügelt. Die Aktien von Air France-KLM schnellten am Donnerstag um fast 13 Prozent in die Höhe, was ebenfalls den Kurs der Lufthansa um zwei Prozent nach oben zog. Im Zuge dieser Bewegung näherte sich der Lufthansa-Kurs einem neuen Hoch seit 2023, was Spekulationen über eine mögliche Rückkehr in den DAX anheizt. Analysten zufolge könnte Zalando seinen Platz im deutschen Leitindex für die Fluggesellschaft räumen müssen.
In der weit gefächerten Branchenrally setzen Anleger verstärkt auf etablierte Netzwerk-Fluggesellschaften. Neben Lufthansa konnte auch die Aktie der International Airlines Group (IAG), trotz eines leichten Rückgangs um ein Prozent in London, ein hohes Kursniveau halten. Die Muttergesellschaft von British Airways und Iberia profitiert weiterhin vom florierenden Transatlantik-Geschäft und hält sich auf einem Kursniveau, das zuletzt Anfang 2020 erreicht wurde.
Billigfluggesellschaften hatten hingegen Schwierigkeiten, mit der Branchenaufholjagd mitzuhalten. Air France-KLMs Fokus auf Premiumbuchungsklassen und die gestiegenen Ticketpreise sind Faktoren, die bei den Billiganbietern auf Widerstand stoßen. So sanken die Aktien von Ryanair um 0,4 Prozent, während Easyjet und Wizz Air Verluste von 3,2 bzw. 2,6 Prozent verzeichneten.
Treibende Kräfte hinter dem Erfolg von Air France-KLM waren im vergangenen Jahr vor allem höhere Ticketpreise und gesunkene Treibstoffkosten, die den Gewinn überraschend stark steigen ließen. Analysten sehen das Unternehmen auch für 2026 im Aufwind, unterstützt von der geplanten Mehrheitsbeteiligung an SAS und einer Offerte für TAP. Diese Expansionsstrategie könnte Air France-KLM zu einem paneuropäischen Marktführer machen. Analysten wie Yan Derocles von Oddo BHF sehen in der klassischen Fluggesellschaften das Potenzial für 2026, das Jahr der traditionellen Airlines zu werden.

