Klartext aus Teheran: Chamenei lehnt Atomverhandlungen mit USA ab
Ayatollah Ali Chamenei, der oberste Führer des Iran, hat in einer im Staatsfernsehen übertragenen Rede entschieden jegliche Verhandlungen mit den USA im aktuellen Atomstreit abgelehnt. Der 86-Jährige machte deutlich, dass Gespräche unter den derzeitigen Bedingungen nicht im nationalen Interesse des Irans seien.
Chamenei kritisierte US-Präsident Donald Trump scharf und bezichtigte ihn, keine ernsthaften Verhandlungen zu führen. Als Beispiele führte er Forderungen der USA an, etwa die vollständige Einstellung der iranischen Urananreicherung oder die Einschränkungen der Reichweite von Raketen. "Das ist kein Dialog, sondern ein Diktat", betonte Chamenei.
Weiterhin erklärte der Kleriker, dass der Iran niemals Atomwaffen anstreben werde, zugleich jedoch die Errungenschaften in der Atomindustrie nicht aufgeben werde. "Wir haben uns dem Druck in dieser wie in anderen Fragen nie gebeugt und werden dies auch nicht tun", bekräftigte er.
Bereits im Juni hatten Israel und die USA zentrale iranische Atomanlagen attackiert, darunter die unterirdische Anlage Fordo. Vorausgegangen waren fast zweimonatige Verhandlungen zwischen den USA und Teheran, die indes ergebnislos blieben. Seither tritt Chamenei in der Öffentlichkeit seltener in Erscheinung, bleibt jedoch als geistliches und weltliches Staatsoberhaupt der Islamischen Republik eine zentrale Figur. Seit der Revolution 1979 gelten die USA und Israel als Erzfeinde Irans.

