Investmentweek

Kann Wero gegen Visa, Mastercard & Co. antreten?

10. Juni 2025, 16:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Wero startet als digitale Geldbörse – doch die disruptiven Ambitionen Europas müssen sich zwischen Flickenteppich und Trumps Drohkulisse erweisen.

Paris – Die Wero-Zentrale ist alles andere als Silicon-Valley-Startup-Glitzer. In einem Altbau am Boulevard Haussmann arbeitet Martina Weimert („58“) an einem Mammutprojekt: Europa soll sich schützend gegen Visa, Mastercard & Co. stemmen – mit ihrem Payment-Regieprojekt Wero.

Ein Kartensystem, begründet auf Instant-Überweisungen, das mittlerweile in Deutschland, Frankreich und Belgien live ist.

Visa beherrscht knapp zwei Drittel des Kartenzahlungsvolumens in Europa, und Techriesen wie PayPal, Apple Pay und Google Pay mischen heiß am Markt mit.

Die Folge ist ein Netzwerkklüngel aus nationalen Lösungen – von Twint über Bizum bis Girocard – ohne echte paneuropäische Koordination. Das Hauptproblem: Kein Gegenpol zur US-Kartelldominanz.

Bankenkonsortium wagt Strategiewechsel

Zunächst als digitale Geldbörse für P2P-Zahlungen gestartet, hat Wero als „Wero Wallet“ inzwischen 17 Mio Nutzer und 12 Mio Transaktionen in drei Ländern umgesetzt.

Doch die Chefin erkennt: „Das reicht nicht mehr.“ Deshalb öffnet sich Wero seit Frühling für Partner wie Revolut – dessen 40 Mio Europakunden nun angeschlossen werden sollen.

Ziel: Marktmacht durch Reichweite, nicht mehr allein Regulierung oder Nationalismus.

Trump als Brandbeschleuniger – Ein Pakt gegen Europa?

Wero war fast schon abgeschrieben – bis Donald Trumps unberechenbarer Handels- und Tech-Kurs die Euphorie europäischer Ein-Drittel-Paymentlösungen beflügelte.

Obwohl Visa und Mastercard (zusammen 1,2 Bio. USD Marktwert) kaum von US-Sanktionen betroffen wären, reicht schon die Drohung, um Wero neuen Rückenwind zu gebeneuronews.com. Die derzeitige geopolitische Unsicherheit wirkt wie ein Katalysator – Europa muss sich jetzt entscheiden.

Christine Lagarde gibt grünes Licht

EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte zuletzt, Europa dürfe seine Abhängigkeit von US-Zahlungssystemen nicht länger ignorieren.

Mehr als zwei Drittel aller europäischen Kartenzahlungen laufen über US-Anbieter. Das bedeutet: Milliarden an Transaktionsgebühren fließen jährlich ins Ausland – ein Zustand, den Wero beenden soll.

Nur eine vereinte europäische Zahlungsinfrastruktur könne langfristig Kontrolle, Wettbewerb und Datenschutz gewährleisten. Zugleich verflochten mit dem Strategieziel „digitaler Euro“, denn Wero soll laut Weimert nahtlos mit der Zentralbankwährung harmonieren.

Das Problem der Illusion

Doch Kritik bleibt: Capco warnt, Wero komme jahrelang zu spät – andere Regionen hätten schneller agiert. Umfragewerte in Deutschland zeigen, dass nur 2 % der Befragten Wero nutzen, knapp 12 % kennen es.

Die Frage ist: Kann Wero in einem ausgeprägten Ökosystem aus etablierten Karten, Apps und nationalen Diensten Fuß fassen?

Warum Wero für die EU existenziell ist

Visualisieren wir das Gesamtbild: Europa sitzt auf zehntausenden Cashflows – vergibt jedes Jahr Milliarden an Swipe-Gebühren an US-Firmen. Wero will das stoppen. Es will technologische Unabhängigkeit schaffen.

Es will Datenhoheit zurückholen. Doch Erfolg setzt voraus, dass Banken auf Ethos verzichten und sich in der Realität behaupten – gegen Machtkonzerne, gegen Trumps Spielchen, gegen Europas eigene Zögerlichkeit.

Technologie
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