Israelische Armee weitet Bodenoffensive im Gazastreifen aus
Die israelische Armee hat ihre Bodenoffensive im Gazastreifen auf das gesamte Palästinensergebiet ausgedehnt. Nach fünf Wochen intensiver Kämpfe im Norden des Küstengebiets hat die Armee ihre Operation nun auch in den Süden des Gazastreifens verlagert. Die Truppen gehen dabei gezielt gegen Ziele der islamistischen Hamas vor, wie Armeesprecher Daniel Hagari bestätigte. Die Offensive führte zu einer Massenflucht von Hunderttausenden Palästinensern aus dem umkämpften Norden in den Süden des Gazastreifens.
Der Generalstabschef der israelischen Armee, Herzi Halevi, betonte, dass die Armee sowohl im Norden als auch im Süden des Gazastreifens stark und entschlossen kämpfen werde. Augenzeugenberichten zufolge sind israelische Bodentruppen bereits in ein Gebiet östlich der Stadt Chan Junis im Süden des Gazastreifens vorgedrungen. Das Militär führte zudem massive Luftangriffe durch, die seit Beginn des Gaza-Kriegs bereits rund 10.000 Mal auf Ziele im Gazastreifen stattgefunden haben.
Die Hamas-Gesundheitsbehörde gab an, dass im Gazastreifen bisher über 15.500 Menschen getötet und mehr als 41.000 weitere verletzt wurden. Diese Zahlen konnte bisher nicht unabhängig überprüft werden, aber die Vereinten Nationen und andere Beobachter haben die Glaubwürdigkeit der Angaben bestätigt. Rund 80 Prozent der Bevölkerung des Gazastreifens sind laut UN-Angaben inzwischen Binnenflüchtlinge.
Die israelische Armee setzte ihre Bombardements im Gazastreifen fort und griff terroristische Ziele wie Tunnelschächte, Kommandozentralen und Waffenlager an. Seit Beginn des Gaza-Kriegs hat das Militär über 800 solcher Tunnelschächte entdeckt, von denen rund 500 durch Sprengung zerstört wurden. Die Hamas-Behörde berichtete zudem von zahlreichen Verschütteten und Schwierigkeiten bei der Bergung von Verletzten.
Die israelischen Angriffe sorgen international für Empörung. Der Sprecher des UN-Kinderhilfswerks Unicef, James Elder, bezeichnete die Angriffe als "unmoralisch" und "sicher illegal". Auch die USA drängen auf den Schutz von Zivilisten und eine politische Perspektive für einen eigenen Staat für die Palästinenser. Die israelische Regierung weist die Vorwürfe zurück und betont, dass sie maximale Anstrengungen unternimmt, um die Zivilbevölkerung zu schützen.
Der Konflikt zwischen Israel und der Hamas begann im Oktober mit einem Terroranschlag der Hamas und anderer extremistischer Gruppen in der Nähe der Grenze zum Gazastreifen. Israel reagierte darauf mit massiven Luftangriffen, einer Blockade des Gazastreifens und einer Bodenoffensive. Die Hamas fordert nun einen dauerhaften Waffenstillstand und die Beendigung der israelischen Aggression, bevor sie weitere Geiseln freilässt. (eulerpool-AFX)

