Irans Atomkurs: Ein neuer Anlauf zur Zusammenarbeit?
Nach den jüngsten, schwerwiegenden Spannungen durch die Bombardierungen iranischer Atomanlagen, öffnet sich scheinbar ein neues Kapitel in der Diplomatie zwischen der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) und dem Iran. Ein hochrangiger Vertreter der Organisation, Vizegeneraldirektor Massimo Aparo, reiste am Montag für wichtige Gespräche nach Teheran, wie aus übereinstimmenden Berichten iranischer Medien hervorgeht. Unmittelbar am gleichen Abend kehrte er nach Wien zurück.
In dem Treffen ging es darum, die Modalitäten für eine künftige Zusammenarbeit zu erörtern, wie der Außenamtssprecher Ismail Baghai gegenüber Journalisten erklärte. Eine Besichtigung der umstrittenen Anlagen war nicht Teil des Programms. Ursprünglich hatte der Iran die Zusammenarbeit mit der IAEA nach dem bewaffneten Konflikt durch ein neues Gesetz ausgesetzt.
Laut Aussagen von IAEA-Chef Rafael Grossi geht es nun darum, klare Schritte für die Wiederaufnahme von Inspektionen auszuarbeiten. Vor dem Hintergrund des Krieges und der damit verbundenen Ereignisse hat das Misstrauen zwischen Iran und dem Westen einen neuen Höhepunkt erreicht.
Der Konflikt um das Atomprogramm des Iran ist seit Jahrzehnten im Fokus internationaler Politik. Der Westen, allen voran Israel und die Vereinigten Staaten, äußern Besorgnis über mögliche atomare Ambitionen der Islamischen Republik, eine Sorge, die Teheran vehement bestreitet. Besondere Aufmerksamkeit liegt auf der Anreicherung fast waffenfähigen Urans, die als beunruhigend wahrgenommen wird.
Eine frühere Vereinbarung dazu, das Wiener Atomabkommen von 2015, erlebte unter der Regierung von Donald Trump einen Rückschlag. Der damalige US-Präsident hatte das unter Barack Obama vereinbarte Abkommen im Jahr 2018 einseitig gekündigt. Seitdem gestaltet sich die Wiederbelebung des Abkommens sehr schwierig.

