Iran: Rekordzahl an Hinrichtungen 2025 als Zeichen der Repression
Anstieg der Hinrichtungen im Iran
Die Organisation Iran Human Rights (IHRNGO) berichtet von einer besorgniserregenden Zunahme der Hinrichtungen im Iran, die im Jahr 2025 auf mindestens 1.639 Fälle angestiegen sind. Dies entspricht einem Anstieg von 68 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und markiert den höchsten Stand seit 35 Jahren. IHRNGO-Direktor Mahmood Amiry-Moghaddam hebt hervor, dass dieser Trend seit den landesweiten Protesten unter dem Motto "Frau, Leben, Freiheit" im Jahr 2022 anhält.
Todesstrafe als Repressionsmittel
Die iranischen Behörden setzen die Todesstrafe weiterhin als strategisches Mittel ein, um die Bevölkerung zu verängstigen und potenzielle Proteste im Keim zu ersticken. In Anbetracht der geopolitischen Spannungen, insbesondere im Kontext des Konflikts mit den USA und Israel, scheinen die Machthaber in Teheran an dieser brutalen Praxis festzuhalten. Amiry-Moghaddam betont, dass die Hinrichtungen eine Reaktion auf die wahrgenommene existenzielle Bedrohung durch die eigene Bevölkerung sind.
Kritische Lage der Menschenrechte
Die Situation verschärft sich weiter durch die Festnahme von rund 3.000 Kritikern seit den Protesten zu Jahresbeginn, von denen vielen die Todesstrafe droht. Die anhaltende Internet-Blockade im Iran verhindert zudem, dass die internationale Gemeinschaft ein umfassendes Bild der Menschenrechtslage im Land erhält.
Ungerechtigkeit im Justizsystem
Raphaël Chenuil-Hazan, Geschäftsführer der Organisation Ensemble contre la peine de mort (ECPM), weist darauf hin, dass die Todesstrafe im Iran häufig als politisches Instrument zur Unterdrückung eingesetzt wird. Ethnische Minderheiten und marginalisierte Gruppen sind hierbei überproportional betroffen. Im Jahr 2025 wurden allein 795 Menschen wegen Drogendelikten hingerichtet, oft nach unfairen Gerichtsverfahren, die nicht den grundlegenden Standards der Rechtsprechung entsprechen.
Forderung nach Menschenrechten im Dialog
Beide Organisationen fordern, dass die Menschenrechte im Zentrum aller Verhandlungen mit dem Iran stehen müssen. Sie betonen, dass die Abschaffung der Todesstrafe eine zentrale Forderung aller Oppositionsbewegungen sein sollte, die eine zukünftige Machtübernahme in Teheran anstreben. Die Menschenrechte dürfen nicht für kurzfristige wirtschaftliche Vorteile, wie niedrigere Benzinpreise, geopfert werden.

