Internetblockade im Iran: Der Schleier über dem Protestgeschehen
Der Zugang zum Internet im Iran bleibt nach den jüngsten massiven Protesten, die gewaltsam unterdrückt wurden, weiterhin gesperrt. Diese Blockade erschwert es, das volle Ausmaß der staatlichen Maßnahmen gegen die Demonstranten nachzuvollziehen, obwohl bereits mehr als eine Woche seit Beginn der Internetbeschränkungen vergangen ist. Für die etwa 90 Millionen Bürgerinnen und Bürger des Landes stellen die Einschränkungen im Alltag ein erhebliches Hindernis dar.
Besonders betroffen ist das Onlinebanking, wie ein Bewohner aus Teheran berichtet. Seit Dienstag ist es den Iranerinnen und Iranern wieder möglich, internationale Telefongespräche zu tätigen, allerdings können sie aus dem Ausland nicht zurückgerufen werden. Diese Gespräche sind sowohl kostspielig als auch potenziell überwacht, was den Informationsfluss ins Land zusätzlich erschwert. Wann die Blockaden aufgehoben werden, ist derzeit vollkommen unklar.
Da der Zugriff auf das globale Internet fehlt, können im Iran nur inländische Webseiten aufgerufen werden. Eine Iranerin erklärt, dass sie die iranische Suchmaschine „Zarebin“ als Ersatz für Google nutze, obwohl diese nur gefilterte Ergebnisse aus dem Iran liefert. Die Proteste, die sich im Dezember letzten Jahres an einer schweren Wirtschaftskrise und hoher Inflation entzündeten, entwickelten sich schnell zu politischen Kundgebungen gegen das autoritäre Regime. Die Sicherheitskräfte des Landes unterdrückten die Demonstrationen mit brutaler Gewalt; es gibt Berichte über Tausende von Todesopfern.

