IAEA fordert dringenden Zugang zu Irans angereichertem Uran
Die jüngsten Angriffe auf Nuklearanlagen in Iran haben die Besorgnis der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) über das hoch angereicherte Uran in der Islamischen Republik enorm gesteigert. Ein aktueller Bericht von IAEA-Chef Rafael Grossi ruft nach drängendem Zugang zu dem brisanten Material.
Nachdem Inspektionen der IAEA nach Angriffen durch Israel und die USA im Juni eingestellt wurden, hatte sich Teheran der Zusammenarbeit mit der Atombehörde aus Wien entzogen. Erst Ende August durften IAEA-Experten wieder in den Iran einreisen, jedoch war der Zugang auf ein einziges Kernkraftwerk beschränkt; die mehr als 400 Kilogramm hoch angereicherten Urans blieben unangetastet.
Der Bericht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, beschreibt die Lagerbestände als 'Anlass zu ernster Sorge'. Grossi betont die Einzigartigkeit der Situation: Der Iran sei der einzige Staat ohne Atomwaffen, der über solches Material verfüge.
Ein hochrangiger Diplomat erläuterte, dass der Iran verpflichtend einen Sonderbericht über den Status seines Nuklearmaterials nach bestimmten Ereignissen wie Angriffen oder Erdbeben an die IAEA schicken müsse. Darauf basierend sollen nun zügige Inspektionen verhandelt werden. Geplante Gespräche zwischen iranischen Vertretern und der IAEA sollen demnächst für Klarheit sorgen.
Während Iran weiterhin jegliche Ambitionen auf Atomwaffen bestreitet, verschärft der politische Druck im Land die Lage: Am Mittwoch forderten zahlreiche Abgeordnete in Teheran den Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag, um gegen die drohende Wiedereinführung strenger Atom-Sanktionen gewappnet zu sein.

