Höchstrichterliches Urteil: Slowakischer Notenbankchef Kazimir schuldig gesprochen
Ein bemerkenswerter Justizfall erschütterte die slowakische Finanzwelt, als Peter Kazimir, ehemaliger Finanzminister und derzeitiger Gouverneur der Nationalbank der Slowakei (NBS), von einem Spezialgericht wegen Korruption verurteilt wurde. Sein Rechtsbeistand reagierte prompt und kündigte umgehend Berufung gegen das Urteil an.
Kazimir, der als Vertreter seines Landes im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) Einfluss ausübt, sieht sich mit schwerwiegenden Vorwürfen konfrontiert. Das Gericht in Pezinok, nahe der Hauptstadt Bratislava, befand Kazimir für schuldig, während seiner Amtszeit als Finanzminister Bestechungsgelder angenommen und entsprechend weitergeleitet zu haben.
Im Gegenzug, so die Anklage, habe er seine Macht genutzt, um Unternehmer steuerlich zu bevorzugen und ihnen unrechtmäßige Vorteile zu verschaffen. Vorläufig muss Kazimir mit einer Strafe von 200.000 Euro rechnen oder alternativ ein Jahr Freiheitsstrafe in Kauf nehmen.
Sein Anwalt jedoch kritisierte das Verfahren scharf und bezeichnete es als gesetzeswidrig, da es auf den Aussagen eines einzigen Zeugen basiere. Weiterhin deutete er an, möglicherweise den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einzuschalten, um gegen die vermeintlichen Ungerechtigkeiten vorzugehen.

