US-Börsen zwischen Rekorden und Unsicherheiten: Investoren halten inne
Der anfangs fulminante Jahresstart an den US-Börsen zeigte zur Wochenmitte erste Züge der Vorsicht. Während der Dow Jones Industrial und der S&P 500 zu Handelsbeginn noch neue Rekordhöhen erklommen, schlugen beide Indizes anschließend den Weg nach unten ein. US-Präsident Donald Trump trug wesentlich zur veränderten Stimmung bei, als seine Kommentare zur Immobilienpolitik sowie zum Verteidigungssektor Befürchtungen unter Investoren nährten und die Märkte in Unsicherheit schickten. Nach der jüngsten Aufwärtsrally scheinen nun die Zeichen auf Konsolidierung zu stehen.
Ein weiterer Aspekt der Zurückhaltung unter den Marktteilnehmern ist der anstehende Arbeitsmarktbericht für Dezember, der am Freitag erwartet wird. In diesem Zusammenhang äußerte Maximilian Wienke von der Handelsplattform eToro die Einschätzung, dass die nun wieder regelmäßig veröffentlichten Konjunkturdaten zwar mehr Klarheit bringen, jedoch auch die Empfindlichkeit der Märkte gegenüber neuen Informationen erhöhen. Dies könnte erklären, warum der Dow um 0,94 Prozent auf 48.996,08 Punkte nachgab, nachdem er in den beiden letzten Handelstagen kontinuierlich auf Rekordkurs war. Ebenso verzeichnete der S&P 500 einen Rückgang von 0,34 Prozent auf 6.920,93 Zähler.
Technologiewerte lieferten am Mittwoch jedoch einige Lichtblicke. Der Nasdaq 100 behauptete sich mit einem leichten Plus von 0,06 Prozent auf 25.653,90 Punkte, angetrieben von Größen wie Alphabet, Microsoft und Nvidia. Besonders stark präsentierten sich die Intel-Aktien mit einem Zuwachs von 6,4 Prozent. Die Ankündigung Trumps, Finanzinvestoren den Kauf von Einfamilienhäusern zukünftig zu untersagen, setzte jedoch Aktien wie Blackstone stark zu, die 5,6 Prozent verloren. Auch Papiere von American Homes 4 Rent und Invitation Homes gerieten unter Druck, was Verluste in Höhe von 4,3 beziehungsweise 6 Prozent zur Folge hatte.
Die Verteidigungsindustrie geriet ebenfalls ins Trudeln. Trump verbot Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe, was die Papiere von Northrop Grumman und Lockheed Martin mit Verlusten von 5,5 beziehungsweise 4,8 Prozent abstrafte. Gleichzeitig brachte das "Wall Street Journal" Bewegung in den Biotech-Sektor: Gerüchte über eine bevorstehende Übernahme von Ventyx Biosciences durch den Pharmagiganten Eli Lilly ließen die Ventyx-Aktien um fast 37 Prozent ansteigen. Eli Lilly selbst profitierte ebenfalls und erreichte mit einem Kursanstieg von 3,5 Prozent ein neues Rekordhoch.
Auch die Aktie des Shampoo-Herstellers Olaplex sorgte für Aufsehen, indem sie um gut 22 Prozent kletterte. Hintergrund ist das Interesse des deutschen Konsumgüterriesen Henkel, eine Übernahme anzustreben. Für einen Dämpfer im Bereich der erneuerbaren Energien sorgte die Abstufung von First Solar durch das Investmenthaus Jefferies auf "Hold", woraufhin der Kurs um mehr als 10 Prozent sank.

