Highguard: PlayStation erstattet PS5-Spielern still und leise ihr Geld zurück
Ein Spiel stirbt, und das Geld ist weg – so lautet oft die bittere Realität, wenn ein Online-Titel abgeschaltet wird. Nicht immer, wie sich jetzt zeigt. Rund um den Shooter Highguard, dessen Server bereits vom Netz gegangen sind, tut sich etwas Unerwartetes: PS5-Spieler berichten von Rückerstattungen, die sie nie beantragt haben. Sony handelt offenbar aus eigenem Antrieb – und stellt damit die Konkurrenz still in den Schatten.
Geld zurück, ohne darum gebeten zu haben
Mehrere Nutzer auf verschiedenen Plattformen haben übereinstimmend berichtet, dass PlayStation ihnen Einkäufe aus Highguard automatisch erstattet hat. Darunter ist ein Nutzer, der für 1.600 Highguard Gold umgerechnet rund 15 Euro ausgegeben hatte und den Betrag ohne jegliche eigene Initiative zurückerhielt. Besonders prägnant fasste es ein polnischer Nutzer zusammen: „Ich habe keinen Antrag gestellt, nichts – aber heute landeten 59 PLN auf meinem Konto. Ziemlich nett von denen!“ Diese Reaktionen fügen sich zu einem eindeutigen Bild zusammen: Sony scheint Rückerstattungen für Highguard-Mikrotransaktionen systematisch und ohne Aufforderung auszuzahlen. Weder Microsoft noch Steam haben bislang vergleichbare Maßnahmen ergriffen, was nahelegt, dass dies eine Entscheidung von PlayStation selbst ist – und nicht vom Entwicklerstudio Wildlight Entertainment.
Highguard: Aufstieg, Fall und ein letztes Update
Wildlight Entertainment hatte den Serverabschaltung Anfang März angekündigt, wenige Tage später war Highguard offline. Bemerkenswert: Noch einen Tag nach der Ankündigung veröffentlichte das Studio ein finales großes Update, das unter anderem einen neuen Fähigkeitenbaum und ein kontoweites Fortschrittssystem einführte. Ein letztes Aufbäumen für eine Community, die über zwei Millionen Spieler umfasst hatte. In einem Statement zeigte sich das Studio sichtlich bewegt: Man sei tief dankbar für alle, die Feedback geteilt, Inhalte erstellt und an das Projekt geglaubt hätten. Die Begründung für die Schließung war nüchtern: Es sei nicht gelungen, eine tragfähige Spielerbasis aufzubauen, die den Betrieb langfristig stützen könnte.
Hinter den Kulissen: Probleme, die tiefer lagen
Dass Highguard scheiterte, kam für Insider nicht völlig aus heiterem Himmel. Berichten zufolge hatte die Führungsebene von Wildlight Entertainment frühzeitig auf externe Spieltests verzichtet – in dem Versuch, den Überraschungseffekt zu replizieren, den einige ehemalige Respawn-Mitarbeiter einst mit dem Shadow-Drop von Apex Legends erlebt hatten. Ein riskantes Kalkül, das sich nicht auszahlte. Gleichzeitig soll das Studio trotz seiner proklamierten Unabhängigkeit im Verborgenen finanzielle Unterstützung von Tencents TiMi Studio Group erhalten haben, das als undiskutierter Hauptgeldgeber beschrieben wurde. Intern hingegen soll die Arbeitsatmosphäre durchaus positiv gewesen sein – Mitarbeiter beschrieben Wildlight als „gesundes, kollaboratives und transparentes“ Studio. Das macht den Ausgang umso tragischer: Ein Team, das funktioniert hat, an einem Projekt, das es letztlich nicht getan hat. Sonys stille Geste der Rückerstattung ist da zumindest ein kleiner Trost für alle, die echtes Geld in eine Welt investiert haben, die es nicht mehr gibt.
Findest du es richtig, dass Sony PS5-Spielern Highguard-Käufe automatisch erstattet, und sollten Microsoft und Steam nachziehen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!


