Hideo Kojima will zur Internationalen Raumstation, um ein Spiel zu entwickeln – Wahnsinn oder Vision?
Hideo Kojima, der legendäre Schöpfer von Metal Gear und Death Stranding, ist nicht nur für seine bahnbrechenden Spiele bekannt, sondern auch für seine unkonventionellen Ideen und exzentrischen Persönlichkeit. Nun hat er erneut für Aufsehen gesorgt: Kojima hegt den kühnen Wunsch, zur Internationalen Raumstation (ISS) zu reisen, um dort ein Spiel zu entwickeln.
„Ich will der Erste sein“: Kojimas Traum vom Weltraum
Auf dem Sidney Film Festival sprach Kojima von seinem lang gehegten Traum, ins Weltall zu fliegen. „Ich möchte richtig trainieren, lernen, wie man andockt, zur Internationalen Raumstation reisen und dort ein paar Monate bleiben“, erklärte er. „Ich bin kein Wissenschaftler, aber ich könnte wahrscheinlich Spiele im Weltraum entwickeln. Ich will der Erste sein. Es gibt viele Astronauten über 60, also denke ich, es ist möglich.“ Kojima schwebt also nicht nur ein touristischer Ausflug vor, sondern ein Schaffensprozess unter den einzigartigen Bedingungen des Weltraums.
„Tom Cruise Krankheit“: Der Drang nach Grenzerfahrung
Kojima betonte, dass er im Gegensatz zu anderen wohlhabenden Menschen nicht nur für einen Besuch ins All fliegen möchte, sondern dort tatsächlich etwas schaffen will. Er bezeichnete dieses Gefühl als die „Tom Cruise Krankheit“ – eine Anspielung auf den Schauspieler, der bekannt dafür ist, seine Stunts selbst auszuführen und dabei sein Leben aufs Spiel zu setzen. „Tom Cruise findet seinen Wert, wenn er mit seinem Leben am Limit lebt“, so Kojima. Es geht ihm also um mehr als nur Ruhm und Ehre, sondern um die Grenzerfahrung, die ihn zu neuen kreativen Höhenflügen inspirieren soll.
Kojima als Cameo-Regisseur: Die subtile Kunst der Selbstinszenierung
Neben seinen Weltraumplänen sprach Kojima auch über seine Cameo-Auftritte in Death Stranding 2: On the Beach. Auf die Frage, ob seine Mitarbeiter ihn heimlich ins Spiel eingebaut hätten, antwortete er: „Ich habe all diese Dinge selbst eingebaut.“ Und weiter: „Selbst wenn ich dem Team sagen würde: ‚Bitte baut sie ein!‘, würden sie nur ‚Huh?‘ sagen und so tun, als ob sie nichts wüssten.“ Kojima scheint also ein Meister der subtilen Selbstinszenierung zu sein, der seine eigenen Projekte mit einem Augenzwinkern bereichert.
„Ideale“ Teamgröße: Kojima lobt Clair Obscur
Obwohl Kojima derzeit den Release seines eigenen Spiels feiert, verliert er auch andere Projekte der Gaming-Branche nicht aus den Augen. So lobte er im Juni die „ideale“ Teamgröße des Clair Obscur: Expedition 33-Entwicklers Sandfall Interactive. „Sie haben nur etwa 33 Teammitglieder und einen Hund“, sagte Kojima, der betonte, dass sein eigenes Team bei Kojima Productions mittlerweile auf über 200 Entwickler angewachsen ist. „Das ist mein Ideal, wenn ich etwas mit einem Team erschaffe. Die Kreation ist jetzt viel größer geworden. Es ist eine Art Krieg zwischen der Effizienz eines kleinen Teams und dem Anspruch, etwas Großartiges zu schaffen.“

