Outward 2: Brutales Survival-RPG enthüllt neues Gameplay & Features
Guillaume Boucher-Vidal, der Kopf hinter Nine Dots Studio, hat während des New Game Plus Showcase die Katze aus dem Sack gelassen und dabei klargemacht: Eure Komfortzone wird brennen. Outward 2 ist nicht bloß eine Fortsetzung, es ist eine Kriegserklärung an den gewöhnlichen Heldenmythos. Wenn der Titel im Sommer 2026 in den Early Access auf dem PC startet, werdet ihr leiden, lernen und vielleicht, nur vielleicht, überleben.
Vom Niemand zum Überlebenskünstler: Die Demütigung beginnt bei Null
Du bist kein Auserwählter. Keine Prophezeiung wartet darauf, von dir erfüllt zu werden. In Outward 2 startest du als absolutes Nichts, ein unbeschriebenes Blatt in der unbarmherzigen Welt von Aurai. Deine Herkunft bestimmst du selbst aus drei Szenarien und elf Hintergründen, doch erwarte keine Geschenke. Ob du als frommer Anhänger Elatts in den Minen schuftest oder als mittelloser Vagabund im Bastionsviertel verrottest – die Welt schuldet dir nichts.
Besonders perfide ist der Umgang mit dem Scheitern. Ein „Game Over“ ist hier keine Erlösung, sondern eine narrative Wendung. Wirst du im Kampf niedergestreckt, wachst du vielleicht halb tot in einer Stadt auf, wurdest von Banditen ausgeraubt und nackt in der Wildnis zurückgelassen oder von einem barmherzigen Samariter gerettet. Das Schicksal würfelt deine Geschichte neu, oft mit grausamem Ergebnis. Es ist diese ständige Ungewissheit, die jeden Schritt zu einem Wagnis macht.
Aurai: Eine Welt, die atmet, friert und vergiftet
Die Umgebung selbst mutiert zum Antagonisten. Ein dynamischer Jahreszeitenzyklus sorgt dafür, dass kein Pfad sicher bleibt. Wo im Sommer noch ein reißender Fluss den Weg versperrte, könntest du im Winter über dickes Eis wandern – vorausgesetzt, du erfrierst nicht vorher. Händler ziehen weiter, NPCs ändern ihre Routen, und die Biome selbst durchlaufen eine tödliche Metamorphose. Von den schneebedeckten Gipfeln der Gilded Mountains bis hin zu den ätzenden Regenschauern in den Gathes of Catharsis: Aurai verlangt Anpassung oder bestraft mit dem Tod. Wer sich auf seiner Ausrüstung ausruht, wird von der Natur gnadenlos aussortiert.
Zaubern mit Blut, Schweiß und Kreide: Magie als Knochenarbeit
Vergiss das stumpfe Drücken einer Taste, um einen Feuerball zu schleudern. Magie in Outward 2 ist Handwerk, fast schon Wissenschaft. Es erfordert Vorbereitung und Ritual. Du willst deine Klinge in Flammen hüllen? Dann platziere einen Feuerstein, ziehe einen Kreis und vollziehe das Ritual, während der Feind auf dich zustürmt. Das Kampfsystem wurde massiv überarbeitet und verlangt nun noch mehr taktische Finesse. Jede Waffe besitzt ein eigenes Bewegungsmuster, das gemeistert werden will. Es geht um Timing, um das Lesen des Gegners und darum, im Chaos die Ruhe zu bewahren. Das neue „Übungssystem“ belohnt dabei organisches Lernen: Deine passiven Fähigkeiten wachsen genau so, wie du spielst.
Traglast als Todesurteil: Der Rucksack als Achillesferse
In keinem anderen Spiel wird die Gier so direkt bestraft. Dein Rucksack ist dein Leben, vollgepackt mit Tränken, Zelt und Proviant. Doch im Kampf wird er zum Sargnagel. Die neue Physik zwingt dich oft dazu, den Ballast abzuwerfen, um agil genug für das Gefecht zu sein – mit dem Risiko, danach ohne Ausrüstung dazustehen. Neu dabei ist ein Packesel, ein Muli, das deine Waren schleppt. Doch Vorsicht: Dieses Tier ist sterblich, verletzlich und ein beliebtes Ziel für Räuber. Beschützt du deine Beute oder dein Leben?


