Henkel: Optimistischer Ausblick trotz verhaltener Marktreaktion
Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern Henkel blickt zuversichtlich in das Jahr 2024 und erwartet trotz eines langsameren Starts deutliche Fortschritte bei Umsatz und Gewinn. Im Laufe des Jahres soll sich das Wachstum weiter beschleunigen, wenngleich das Unternehmen ein schwieriges industrielles Umfeld und eine gedämpfte Konsumstimmung, besonders in Nordamerika, als Herausforderungen benennt. Um seine Aktionäre positiv zu stimmen, kündigte Henkel eine höhere Dividende und ein Aktienrückkaufprogramm an. Diese Ankündigungen konnten jedoch die Börsianer nicht besänftigen, und die Aktie des Konzerns erlebte einen spürbaren Rückgang.
Analyst Jörg Philipp Frey von Warburg Research deutete an, dass das Rückkaufprogramm als Ausgleich für den langsamen Jahresbeginn dienen könnte. Dennoch verzeichneten Henkels Aktien ein zweistelliges Minus, und das Papier gehörte zu den wenigen Verlierern im Dax an einem ansonsten robusten Handelstag. Die Marke zwischen 76 und 78 Euro gewinnt nun für Anleger wieder an Bedeutung. Falls dieser Unterstützungsbereich bricht, könnten weitere Verluste drohen.
RBC-Analysten lobten zwar das Rückkaufprogramm, wobei sie den Ausblick als zurückhaltend bewerteten und auf ein nachlassendes Wachstum im Schlussquartal hinwiesen. Die Erwartungen für Henkels Klebstoff- und Konsumentensparte blieben hinter den Prognosen zurück. Anleger hatten zuletzt aufgrund positiver Erwartungen in das Papier investiert, was den Kurs auf ein Hoch seit 2021 gebracht hatte.
Für das Jahr 2025 strebt Henkel ein organisches Umsatzwachstum von 1,5 bis 3,5 Prozent an, ohne Berücksichtigung von Währungs- und Portfolioeffekten. Analysten hatten bei 3,0 Prozent Wachstum angesetzt. In der Konsumentensparte wird ein Wachstum von 1 bis 3 Prozent projiziert, obwohl Henkel einen Rückgang im ersten Quartal von bis zu vier Prozent erwartet. CEO Carsten Knobel führte unter anderem einen starken Vorjahresvergleich an. Der UBS-Analyst Guillaume Delmas stellte fest, dass das Wachstum insbesondere im Klebstoffgeschäft Sorgen bereitet.
Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz leicht um 0,3 Prozent auf 21,6 Milliarden Euro bei einem organischen Anstieg von 2,6 Prozent. Das Wachstum wurde durch solide Preisentwicklungen im Konsumentensektor und steigende Absatzmengen bei Klebstoffen unterstützt. Der Gewinn des Unternehmens profitierte von Preisanpassungen und Effizienzgewinnen aus der Integration der Konsumentensparte, zudem wurde das Produktportfolio gestrafft.
Henkel konnte das Ebit um knapp ein Fünftel auf 3,1 Milliarden Euro steigern und verbesserte die entsprechende Rendite um 2,4 Prozentpunkte auf 14,3 Prozent. Für das laufende Jahr soll die bereinigte Umsatzrendite zwischen 14,0 und 15,5 Prozent liegen. Unterm Strich erzielt Henkel einen Nettogewinn von zwei Milliarden Euro, was einer Steigerung um rund 50 Prozent entspricht. Die Dividende je Vorzugsaktie soll um 10,3 Prozent auf 2,04 Euro steigen, zusätzlich wurde ein Rückkaufprogramm von bis zu einer Milliarde Euro angekündigt.

