Hannover Rück unter Druck: Zahlen enttäuschen und Aktie fällt
Der drittgrößte Rückversicherer der Welt, Hannover Rück, geriet ins Visier der Anleger, als die neuesten Geschäftszahlen die Erwartungen nicht erfüllen konnten. Die Aktie, eine der schwächsten im kaum veränderten DAX, rutschte auf den tiefsten Stand seit Anfang April und verlor 2,5 Prozent auf 259,00 Euro. Auch der Branchenkollege Munich Re, der kürzlich Preissenkungen bei Vertragsverlängerungen verkündete, blieb mit einem Minus von 1,4 Prozent auf 559,00 Euro nicht unberührt.
JPMorgan-Analyst Kamran Hossain sah die Bestätigung der Jahresziele von Hannover Rück zwar positiv, kritisierte jedoch das operative Ergebnis des zweiten Quartals. Dieses lag um fünf Prozent unter dem Analystenkonsens. Im Bereich Schaden- und Unfallversicherung verlief das Geschäft weitgehend wie erwartet, wobei die Großschäden zwar unter dem Budget, aber mit 211 Millionen Euro deutlich höher als von Hossain prognostiziert ausfielen.
Das Segment Leben- und Krankenrückversicherung hinkte laut Hossain und Philip Kett von Jefferies den Erwartungen hinterher – eine wiederholte Enttäuschung. Ursachen waren vor allem die Kapitalerträge, die durch realisierte Verluste von 76 Millionen Euro belastet wurden, ergänzte Analyst Mandeep Jagpal von RBC. Ein weiterer negativer Faktor waren Wechselkursentwicklungen, die verschiedene Sparten belasteten. Insbesondere das Geschäft in China verspürte negative Auswirkungen durch zusätzliche Schadenkomponenten.
Trotz der jüngsten Kursverluste infolge der Munich Re-Ankündigung am vergangenen Freitag zeigen sich die Experten von RBC nicht überrascht über die aktuelle Entwicklung der Hannover Rück-Aktie. Der Wert wird weiterhin mit einer beachtlichen Prämie von 30 Prozent gegenüber anderen Branchenvertretern gehandelt.

