Gunzilla Games in der Krise: Vorwürfe von Gehaltsverzögerungen über mehrere Monate
Die Gaming-Industrie befindet sich bereits im Krisenmodus – Massenentlassungen und Studios-Schließungen prägen das Bild. Jetzt kommt erschütternde Neuigkeit aus dem Hause Gunzilla Games hinzu: Mehrere Mitarbeiter erheben schwerwiegende Vorwürfe gegen den Entwickler von Off the Grid, wonach Gehälter seit Monaten nicht gezahlt wurden. Die Anschuldigungen zeichnen ein düsteres Bild von Führungsversagen und potenzieller Ausbeutung – ein weiterer Beleg dafür, dass es in der Branche nicht nur um Spiele, sondern auch um Menschen geht.
Monatelange Schulden und stilles Leiden
Der ehemalige VFX-Animator Paul Creamer ist einer der ersten, der öffentlich gegen Gunzilla Games auftritt. Laut seinen Aussagen hat das Studio Rechnungen für seine Arbeit seit Oktober 2025 nicht beglichen – über sechs Monate Verzögerung. Besonders bedrängend ist der Vorwurf, dass Gunzilla Games gleichzeitig weiterhin konsistente Arbeit erwartet, ohne den Künstlern Hoffnung zu geben, ihre ausstehenden Gelder jemals zu erhalten. Creamer veröffentlichte einen bewegenden LinkedIn-Post, in dem er die Frustration seiner Kollegen ausdrückt: „Ich weiß, ich werde diese verlorenen Löhne nie zurückerhalten. Der Schaden ist angerichtet. Gunzilla wird dies ohne Konsequenzen überstehen. Das wird immer und immer wieder passieren. Künstler werden weiterhin ausgebeutet, unsere Leidenschaft wird kontinuierlich exploitiert.“
Ein Systematisches Problem mit mehreren Opfern
Creamer ist leider nicht allein. Gameplay-Animator Rayan Tiraghan, der von Juli 2024 bis Februar 2026 beim Studio arbeitete, bestätigte über dieselbe Plattform: „Das ist schrecklich, mir geht es genauso. Sie schulden mir auch Geld.“ Ehemaliger UI-Programmierer Riccardo Galdieri ergänzte die Anschuldigungen und betonte die Größenordnung des Problems: „Das ist viel größer, als du dir vorstellen kannst. Es gibt Dutzende von Menschen mit ausstehenden Gehältern von ihnen. Ich habe vor einer Weile einen Post gemacht und sie versuchten, mich zum Schweigen zu bringen, aber ich habe einen Anwalt eingeschaltet und bekam, was mir zustand. Gebt die Hoffnung nicht auf.“ Diese Aussagen deuten auf ein systematisches Problem hin, das nicht auf einzelne Fälle beschränkt ist. Besonders beunruhigend sind die Anschuldigungen, dass Gunzilla Games versucht habe, Angestellte zum Schweigen zu bringen, die ihre Beschwerden öffentlich machten.
Stille von Gunzilla Games und breiterer Industrie-Kontext
Bislang hat Gunzilla Games auf keine der Anschuldigungen reagiert – eine Stellungnahme fehlt völlig. Dies ist bemerkenswert, da solch ernsthafte Vorwürfe normalerweise sofortige Klarstellungen seitens des Studios erfordern würden. Off the Grid, das Free-to-Play Battle Royale von Gunzilla Games unter der kreativen Leitung von Neill Blomkamp, steht nun im Schatten dieser schwerwiegenden Missstände. Die Timing der Vorwürfe ist besonders tragisch, da die Gaming-Industrie ohnehin unter einer beispiellosen Welle von Entlassungen und Studioverlagerungen leidet. Dass nun auch noch Gehaltsverzögerungen und mutmaßliche Behinderung von Whistleblowern ans Licht kommen, unterstreicht die brutale Realität für Künstler und Entwickler. Das Vertrauen in Gunzilla Games ist massiv beschädigt – eine Wiederherstellung dieses Vertrauens wird eine aufopferungsvolle Anstrengung erfordern, die das Studio bislang nicht gezeigt hat.

