Griechische Post am Scheideweg: Führungsetage verlässt Absender
Die plötzliche Entscheidung zur Schließung von 204 Filialen der in der Krise steckenden griechischen Post (Elta) hat den Rücktritt des Unternehmensleiters Grigoris Sklikas zur Folge. Angesichts massiver Kritik an dem fragwürdigen Kommunikationsprozess der Filialschließungen, die praktisch über Nacht durchgeführt wurden, zog sich der CEO zurück. Trotz seines Rückzugs bleibt die griechische Regierung dem Restrukturierungsplan treu, der vorsieht, etwa ein Fünftel der insgesamt 1000 Filialen zu schließen.
Die Unzufriedenheit über diese Maßnahme zeigt sich deutlich: Erboste Kunden und Angestellte standen vor verschlossenen Türen, als die ersten 46 Standorte in Athen und Thessaloniki geschlossen wurden. Sklikas hatte die Schritte zuvor in einem Interview angekündigt, doch offenbar war die Umsetzung sowohl für die Regierung als auch die Bürger eine Überraschung, zumal das zuständige Ministerium lediglich per Fax informiert wurde – ein Schreiben, das unerklärlicherweise unterging.
In seiner Verteidigung betonte Sklikas die marode Lage des Unternehmens: Veraltete Geräte und eine schwache digitale Infrastruktur prägen den Betriebsalltag der Post, die seit Jahren Millionenverluste schreibt. Die karge Ausstattung der Filialen spiegelt sich in gebrochenen Dienstleistungen wider, die oft nicht einmal über grundlegende Werkzeuge wie Handscanner verfügen.
Dennoch bleibt die Regierung entschlossen, den Reformkurs beizubehalten. Regierungssprecher Pavlos Marinakis räumte jedoch ein, dass die Kommunikation mit den Bürgern fehlerhaft war, und kündigte künftig eine Umsetzung nach einem Bürgerdialog an. Das Ziel: Niemand solle ohne postalischen Service bleiben. Trotz der Schuldenlast von etwa 140 Millionen Euro und alljährlichen Defiziten sind besonders Ältere auf die Dienste der Elta angewiesen, sei es für Rechnungszahlungen oder Rentenauszahlungen.

