Gothic Remake: Drittes Making-of enthüllt die künstlerische Vision – erscheint nächste Woche
Ein heiliger Gral der deutschen Rollenspielgeschichte wird neu geschmiedet, und die Alchemisten von Alkimia Interactive gewähren uns einen weiteren Blick in ihre brodelnden Kessel. Mit einem brandneuen Trailer kündigt das Studio die dritte Episode seiner „Making Of“-Videoreihe zum mit Hochspannung erwarteten Gothic Remake an. Nächste Woche ist es so weit, und diesmal steht das Herzstück des Originals im Fokus: die künstlerische Vision für das raue und unbarmherzige Minental.
Mehr als nur Politur: Ein Versprechen in Bewegtbild
Der kurze, aber umso aussagekräftigere Teaser-Trailer lässt keine Zweifel daran, wohin die Reise geht. Während uns eindrucksvolle Bilder über den Bildschirm flimmern, die das altbekannte, karge Minental in einer atemberaubenden, mit moderner Grafiktechnologie realisierten Pracht zeigen, sprechen die Entwickler Klartext. Ihre Vision geht weit über ein simples Aufhübschen von Texturen hinaus. „Wir wollten nicht einfach nur ein schöner aussehendes Remaster erschaffen“, tönt es aus dem Off, ein klares Bekenntnis dazu, die Essenz des Originals zu verstehen und behutsam in die neue Ära zu überführen.
Anhand der opulenten visuellen Eindrücke und der leidenschaftlichen Zitate lässt sich bereits erahnen, dass uns in der kommenden Woche ein tiefer Einblick in die grafischen Technologien und die gestalterischen Entscheidungen erwartet, die die unvergesslichen Panoramen des Originals für ein modernes Publikum neu interpretieren.
Die Philosophie der behutsamen Erweiterung
Die „Making Of“-Reihe hat bereits in den ersten beiden Episoden wertvolle Einblicke geliefert. Während sich die erste Folge der „Essenz“ von Gothic widmete, beleuchtete die zweite die feinen, aber entscheidenden Unterschiede zwischen dem Klassiker und dem kommenden Remake. Director Reinhard Pollice brachte die Herangehensweise des Studios auf den Punkt: „Unsere Aufgabe war es, herauszufinden, welche Elemente exakt so bleiben sollten, wie sie sind, und welche Elemente erweitert werden sollten.“
Große, radikale Änderungen, die den Geist des Spiels verfälschen könnten, stehen nicht auf dem Plan. Stattdessen konzentriert man sich darauf, alte Logiklöcher oder Inkonsistenzen in der Erzählung zu schließen und die Welt glaubhafter zu gestalten. „Wir konfigurieren nicht nur die Häuser oder Tagesabläufe der NPCs“, ergänzte Lead Game Designer Javier Untoria. „Wir erschaffen eine lebendige Welt mit einer Menge Charakter.“
Eine Welt, in der jeder jeden ausnutzt
Dass die Entwickler das Original nicht nur kennen, sondern lieben und verstanden haben, wurde schon in der ersten Episode deutlich. Darin schwelgten mehrere Teammitglieder in Erinnerungen an ihr erstes Mal in der Strafkolonie. „Was für mich das erste Mal, als ich Gothic spielte, so erstaunlich war, war, wie man viele Situationen lösen konnte, indem man jeden ausnutzte“, erinnerte sich Technical Artist Roger Llovera. „Jeder würde natürlich auch dich ausnutzen, aber dann hattest du Chancen, bei denen du einen Charakter ausnutzen konntest, damit er einen Scavenger für dich tötet.“ Genau dieses Gefühl einer rauen, unbarmherzigen Welt, in der man sich seinen Platz hart erkämpfen muss, ist es, was Gothic unsterblich gemacht hat – und Alkimia Interactive scheint fest entschlossen, diese DNA zu bewahren.
Auch wenn ein Veröffentlichungsdatum weiterhin in den Sternen steht, ist die Entwicklung für PC, PS5 und Xbox Series X/S bestätigt. Wer jetzt schon neugierig ist, kann auf Steam in der Demo „Nyras Prologue“ einen ersten Fuß in die neu erschaffene Kolonie setzen.

