Friedensreise mit Weitblick: Trump im Nahen Osten
US-Präsident Donald Trump plant während seiner nächsten Nahost-Reise einen geschichtsträchtigen Auftritt vor dem israelischen Parlament. Mit seiner Rede wird ein weiterer Schritt zur Konsolidierung seines Friedensplans gemacht, der bereits von Israel und der Hamas gebilligt wurde. Nach einer vorläufigen Waffenruhe kam es zuletzt zu einem Ende der Kampfhandlungen im Gazastreifen. Der Vorsitzende der Knesset, Amir Ohana, der die Einladung mit den Worten "Israel erwartet den Friedenspräsidenten" auf der Plattform X bekannt gab, sieht Trump damit als Schlüsselfigur des Friedensprozesses.
Die gegenwärtige Waffenruhe, die am Freitag in Kraft trat, leitet eine 72-stündige Frist zur schrittweisen Freilassung der Geiseln ein, darunter auch die Rückführung der sterblichen Überreste eines israelischen Soldaten von 2014. Im Tausch plant Israel die Freilassung von knapp 2.000 palästinensischen Gefangenen. Diese Vereinbarung wird vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz diskret organisiert, um unerwünschte öffentliche Zeremonien zu vermeiden.
Ein internationales Gipfeltreffen in Ägypten, geleitet von Trump und Ägyptens Präsident al-Sisi, soll das Abkommen offiziell besiegeln. Bundeskanzler Friedrich Merz wurde ebenfalls zu dieser Zeremonie eingeladen, wenngleich seine Teilnahme aus Berlin noch nicht offiziell bestätigt worden ist. Währenddessen sind bereits US-Soldaten vor Ort zur Sicherung der Waffenruhe eingetroffen, im Rahmen der engen Verbündetenbeziehung zwischen den USA und Israel.
Der Friedensplan sieht nach dem Geiselaustausch eine zweite Verhandlungsphase vor. Diese soll langfristig für Stabilität sorgen, mit einem möglichen vollständigen Rückzug israelischer Truppen erst nach der Etablierung einer internationalen Stabilisierungstruppe im Gazastreifen. Die Frage um eine Entwaffnung der Hamas steht weiterhin im Raum und wartet auf kommende Verhandlungsschritte.
Seit Beginn der Waffenruhe kehren Tausende in den Norden des Gazastreifens zurück. Nach aktuellen Angaben soll das Welternährungsprogramm der UN die Kapazität haben, die Bevölkerung für bis zu drei Monate zu versorgen. Der Plan sieht künftig eine Ausweitung der Hilfslieferungen vor; bis zu 600 Lkw pro Tag könnten in das Gebiet einfahren. Aktuell bewegt sich der Schnitt bei rund 300 Lastwagen täglich.

