Finanzierung des Deutschlandtickets: Neue Ansätze gesucht
Die Gespräche zwischen Bund und Ländern zur Zukunft des Deutschlandtickets im Nahverkehr stehen vor einer entscheidenden Phase. Trotz der anhaltenden Verhandlungen wird Bundesminister Patrick Schnieder von der SPD an der am 18. September angesetzten Sonderverkehrsministerkonferenz in München nicht teilnehmen können, da die Haushaltsabstimmungen in Berlin seine Anwesenheit erfordern.
Die Länder planen indessen, einen neuen Finanzierungsvorschlag zu präsentieren, da die bisher vereinbarten Mittel von drei Milliarden Euro jährlich offenbar nicht ausreichen, um die steigenden Kosten der Verkehrsunternehmen zu decken. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen und der Städtetag thematisieren eine erhebliche Finanzierungslücke, die es unbedingt zu schließen gilt, um eine mögliche erneute Preissteigerung abzuwenden.
Einige Länder plädieren dafür, dass der Bund die Mehrkosten vollständig trägt, was dieser jedoch ablehnt. Ein weiterer Diskussionspunkt ist die Einführung eines dauerhaften Mechanismus ab 2026, der moderate jährliche Preissteigerungen vorsieht.
Versäumen es Bund und Länder, eine tragfähige Lösung zu finden, könnten die Ticketpreise erneut ansteigen. Die schwarz-rote Koalition hat jüngst einen Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht, der die Finanzierung des Deutschlandtickets bis 2026 sichern soll.
Dieser sieht eine Beteiligung des Bundes in Höhe von 1,5 Milliarden Euro vor. Dennoch bleibt offen, wie die erwarteten Mehrkosten bewältigt werden.
Laut Koalitionsvertrag soll der Ticketpreis stabil bleiben, wobei ab 2029 eine stufenweise Anhebung des Nutzeranteils an der Finanzierung angedacht ist. Derzeit setzt sich das Finanzierungsmodell aus Fahrgeldeinnahmen und staatlichen Ausgleichsleistungen zu gleichen Teilen zusammen.
Michaela Engelmeier, Vorsitzende des Sozialverbandes Deutschland, betont die damit einhergehende Unsicherheit für Fahrgäste und fordert stabile Preise sowie die Einführung eines bundesweit gültigen Sozialtickets. Die Grünen-Politikerin Victoria Broßart kritisiert die vorgesehenen Mittel als unzureichend und drängt auf eine Preisgarantie bei einem Ticketpreis von 49 Euro im Jahresabo.

