EU setzt auf besseren Anlegerschutz: Kleinanleger im Fokus
Die Europäische Union unternimmt einen bedeutenden Schritt, um Privatanleger auf den Kapitalmärkten besser abzusichern. Eine Einigung zwischen dem Europäischen Parlament und den Mitgliedsstaaten sieht vor, dass Verbraucher künftig leichter verständliche Informationen über Finanzprodukte erhalten. Dies ist Teil der sogenannten Kleinanlegerstrategie, die mehr Schutz, Transparenz und Fairness gewährleisten soll. Die Finanzindustrie äußert jedoch Bedenken hinsichtlich eines möglichen Anstiegs der Bürokratie.
Ein Vorschlag der EU-Kommission, der auch ein Verkaufsprovisionsverbot bei nicht beratenen Käufen umfasste, wurde von den Verhandlungspartnern jedoch abgelehnt. Provisionszahlungen, die potenzielle Interessenkonflikte zwischen Beratern und Kunden hervorrufen könnten, bleiben somit weiterhin bestehen. Stattdessen wird ein einheitlicher Test ins Auge gefasst, um sicherzustellen, dass Berater im besten Interesse ihrer Kunden handeln.
Die Initiative zielt auch darauf ab, mehr Kleinanleger zu ermutigen, ihr Kapital in den Finanzmärkten zu investieren. Dies könnte essentielle Mittel für Verteidigungsausgaben, Infrastrukturprojekte, die Digitalisierung und den Umweltschutz freisetzen. Unternehmen sollen zudem einen einfacheren Zugang zu frischem Kapital erhalten.
Bevor die neuen Regelungen in Kraft treten, bedarf es jedoch noch der formellen Zustimmung des EU-Parlaments und der EU-Mitgliedsstaaten.

