Einweihung der A100-Verlängerung: Zwischen Protest und Fortschritt
Die Berliner Stadtautobahn A100 hat eine neue Verlängerung erhalten, die jüngst unter dem Beifall politischer Verantwortlicher feierlich eröffnet wurde. Mit dabei waren Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder sowie Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner, beide der CDU zugehörig. Der neue 3,2 Kilometer lange Abschnitt stellt nun eine Verbindung zwischen dem Autobahndreieck Neukölln und der Anschlussstelle Treptow her. Noch am Nachmittag sollen die ersten Fahrzeuge diese Erweiterung nutzen können.
Die Inbetriebnahme stößt jedoch nicht nur auf Zustimmung, sondern wird von zahlreichen Seiten heftig kritisiert. Umweltverbände, Anwohner und Verkehrsforscher äußerten lautstark ihren Unmut. Vormittags entrollte das Bündnis 'A100 wegbassen' ein Banner an der neuen Treptower Ausfahrt, um den Ausbau vehement zu hinterfragen. Der Schriftzug 'ENDE' verdeutlichte ihre Forderung nach einem sofortigen Stopp weiterer Baumaßnahmen. Andreas Knie, Verkehrsforscher, äußerte sich besorgt über die Auswirkungen der neuen Strecke. Seiner Ansicht nach ziehe der Autobahnabschnitt Verkehr lediglich an und leiste keinen Beitrag zur Entlastung der Verkehrsströme. Vielmehr sehe er eine Verschärfung der Verkehrssituation in die angrenzenden Bezirke Treptow und Lichtenberg.
Trotz der anhaltenden Kritik wertschätzen Befürworter die Erweiterung als bedeutenden Schritt zur Verbesserung der Verkehrsanbindung des Berliner Ostens sowie in Richtung des Flughafens BER. Das Bauprojekt, das mit Kosten von über 720 Millionen Euro beziffert wird, bleibt also ein kontroverses Thema, bei dem die Meinungen weit auseinandergehen.

