Effizienzsteigerung im Gesundheitssystem: Der neue Plan der Bundesregierung
Die Bundesregierung hat ein Konzept vorgestellt, um die Wartezeiten für Facharzttermine zu reduzieren: Zuerst sollen Patienten den Hausarzt aufsuchen, so die Empfehlung des niedersächsischen Gesundheitsministers Andreas Philippi. Der SPD-Politiker, der aktuell den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz innehat, betont, dass das lange Warten ein Ende haben müsse.
Philippi erklärt, dass Haus- und Kinderärzte eine entscheidende Rolle bei der Steuerung der Patientenströme spielen sollen. Innerhalb von vier Wochen soll ein Facharzttermin gesichert sein. Andernfalls erfolgt die Überweisung ins Krankenhaus. Gynäkologen und Augenärzte sind von dieser Regelung ausgenommen, wie im Koalitionsvertrag von Union und SPD festgehalten.
Darüber hinaus strebt Philippi eine Reduzierung der Arztbesuche bei chronischen Erkrankungen an, wenn der Krankheitsverlauf stabil ist. Die Quartalsbesuche bei Bluthochdruckpatienten etwa könnten durch Jahresverordnungen ersetzt werden. Die Deutschen gehen viel häufiger zum Arzt als ihre skandinavischen Nachbarn – ein Umstand, der laut Philippi auf eine mangelnde digitale Steuerung der Patientenströme zurückzuführen ist.
Ein weiterer Aspekt des Plans ist die stärkere Einbindung digitaler Technologien. Philippi appelliert an die Ärzteverbände, die Möglichkeiten der KI-gestützten Anamnese zu nutzen. Diese könnte helfen, den Bedarf eines Praxisbesuchs effizienter zu ermitteln und so Zeit für Ärzte und Patienten zu sparen.

