Deutschlands Außenminister fordert von China Deeskalation im Indopazifik
Außenminister Johann Wadephul nutzt seine erste Amtsreise nach Asien, um China dringend zur Mäßigung seiner zunehmend aggressiven Haltung im Indopazifik aufzurufen. Er warnt dabei vor den unabsehbaren Konsequenzen einer Eskalation für Wohlstand und Sicherheit weltweit.
In einem Treffen mit seinem indonesischen Amtskollegen Sugiono in Jakarta betonte er die Wichtigkeit der Einhaltung des Völkerrechts und kritisierte Chinas militärische Aktivitäten, die nicht nur die asiatische Sicherheit, sondern auch die internationale Ordnung beeinträchtigen. Peking wird vorgeworfen, insbesondere im Südchinesischen Meer und rund um Taiwan aufgrund territorialer Ansprüche aggressiv vorzugehen. China sieht die Inselrepublik Taiwan als abtrünniges Gebiet, das notfalls auch mit Gewalt wiedervereinigt werden soll.
Wadephul betonte zudem die Relevanz europäischer Sicherheit für den Indopazifik und verwies auf die Verflechtungen des russischen Angriffskriegs mit dieser Region. Russland agiere mit Unterstützung durch nordkoreanische Truppen und chinesische Wirtschaftshilfen. Dies unterstreiche die Bedeutung internationaler Kooperation und Konfliktbereitschaft.
Im Dialog mit Sugiono erklärte Wadephul die strategische Partnerschaft Deutschlands und Indonesiens angesichts globaler Herausforderungen als essenziell. Das geplante EU-Freihandelsabkommen Cepa mit Indonesien könne als Modell für zukünftige internationale Kooperationen dienen und eröffne große Chancen vor allem im Bereich erneuerbarer Energien.
Auch der Fachkräftemangel in Deutschland war ein Thema. Indonesien zeigt sich offen für mehr deutsche Investitionen und wünscht sich eine Ausweitung des aktuellen Programms zur Fachkräftegewinnung auf den Gastgewerbesektor.
Wadephul plant in Jakarta den Besuch einer Fachhochschule, die eine praxisnahe Fachkräfteausbildung mit Sprachkursen kombiniert, was als Modell für Deutschland dienen könnte. Indonesiens Präsident Prabowo Subianto plant im Herbst einen Staatsbesuch in Berlin. Dieser Besuch wird als Zeichen der engen Partnerschaft zwischen den beiden Ländern gesehen, wie Außenminister Sugiono betonte.

