Deutsche Anleihen verlieren an Boden – Industrieaufträge enttäuschen erneut
Die Kurse deutscher Staatsanleihen zeigten am Mittwoch leichte Verluste. Der vielbeachtete Euro-Bund-Future sank um 0,13 Prozent und notierte bei 130,22 Punkten. Gleichzeitig stieg die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen auf 2,63 Prozent. Eine maßgebliche Rolle spielten hierbei die schwachen Industriedaten aus Deutschland, die den Anleihenmarkt stützten. Im Juni sanken die Auftragseingänge in der Industrie erneut, was die Ökonomen überrascht zurückließ, hatten sie doch einen Anstieg prognostiziert. Auffällig war besonders der Rückgang der Aufträge aus dem Ausland jenseits der Eurozone. Vincent Stamer, Ökonom der Commerzbank, kommentierte, dass dies ein Hinweis auf die Auswirkungen der US-Zollpolitik sein könnte. Die Auftragslage liegt damit wieder auf dem Niveau zu Jahresbeginn und verfehlt neuerlich die Hoffnungen auf eine nachhaltige Erholungsphase in der deutschen Industrie. Für den weiteren Tagesverlauf werden wenige Impulse erwartet. In der Eurozone stehen Daten zu den Einzelhandelsumsätzen an, während aus den USA keine wirtschaftlichen Kennzahlen zu erwarten sind. Bereits am Dienstag verstärkten schwache Zahlen aus dem Dienstleistungssektor die bestehenden Konjunktursorgen.

