Der Ruf nach Wehrpflicht kehrt zurück: Eine Debatte über Verteidigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat jüngst seine positive Haltung zur Diskussion um die Wiedereinführung der Wehrpflicht geäußert. In einem Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland betonte er die Notwendigkeit, Europa angesichts der aktuellen Herausforderungen besser zu schützen. Der Schutz der Interessen, der Demokratie und der Freiheit sei mehr denn je von Bedeutung.
Daher sei die aktuelle Debatte über die Wehrpflicht nicht nur willkommen, sondern nötig. Seit einigen Jahren setzt sich Steinmeier für eine allgemeine Dienstpflicht ein, die jungen Menschen die Wahl zwischen zivilen und militärischen Einsatzbereichen lässt. Sein primäres Ziel dabei ist es, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.
Interessanterweise stößt sein Vorschlag in Ostdeutschland auf größere Vorbehalte als im Westen, einem Umstand, dem er weiter nachgehen möchte. Die Große Koalition aus Union und SPD hat sich auf einen freiwilligen Wehrdienst geeinigt.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und weitere Stimmen aus der Union drängen auf eine zeitnahe Entscheidung, ob eine Aufstockung freiwilliger Dienste überhaupt realisierbar ist. Innerhalb der SPD selbst gibt es starke Debatten, die kürzlich in einem Parteitagsbeschluss mündeten.
Dort wurde entschieden, dass keine gesetzliche Verpflichtung zur Heranziehung Wehrpflichtiger erfolgen solle, bevor nicht alle Möglichkeiten zur freiwilligen Beteiligung vollständig ausgeschöpft sind.

