Weltnichtrauchertag
„Zu viele Chancen verpasst: Lungenkrebs bleibt häufig vermeidbar“

28. Mai 2026, 15:57 Uhr · Quelle: LifePR
Weltnichtrauchertag
Foto: LifePR
Der beste Schutz besteht darin, nicht mit dem Rauchen zu beginnen.
Die Sächsische Krebsgesellschaft ruft zu mehr Prävention und flächendeckender Früherkennung von Lungenkrebs auf.

Zwickau, 28.05.2026 (lifePR) - Anlässlich des Weltnichtrauchertages richtet die Sächsische Krebsgesellschaft e. V. einen deutlichen Appell an die Öffentlichkeit: Lungenkrebs ist in vielen Fällen vermeidbar – wird jedoch weiterhin oft erst spät erkannt. Hinter den Statistiken stehen Schicksale, bei denen eine Erkrankung vielfach hätte verhindert werden können. Etwa 85 bis 90 Prozent der Lungenkrebsfälle sind auf Tabakkonsum zurückzuführen. In Deutschland sterben jährlich rund 130.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Auch in Sachsen ist die Lage angespannt: Überdurchschnittlich viele Menschen greifen hier zu Tabak, entsprechend hoch ist die Belastung durch tabakbedingte Erkrankungen. Zuletzt lag Sachsen auf Platz 6 bei der Raucherquote, verglichen mit den anderen Bundesländern.[1]

Gleichzeitig wandelt sich das Konsumverhalten, ohne dass die Risiken abnehmen. Neben klassischen Zigaretten gewinnen E-Zigaretten, Vapes, Shishas und Tabakerhitzer an Bedeutung – oft werden mehrere Produkte kombiniert. Besorgniserregend ist vor allem der Einstieg junger Menschen über vermeintlich „harmlosere“ Alternativen. Die Sächsische Krebsgesellschaft e. V. beobachtet mit Sorge, dass der Weg in die Abhängigkeit weiterhin früh beginnt und teils verharmlost wird. Ein alarmierendes Signal ist es, wenn Erwachsene solche Produkte als weniger schädlich einschätzen und sie Jugendlichen zugänglich machen. Denn Nikotin bleibt ein Suchtstoff, und auch diese Konsumformen belasten die Lunge und können langfristig schwere Erkrankungen fördern.

Vor diesem Hintergrund gewinnt Prävention weiter an Gewicht. Die Sächsische Krebsgesellschaft e. V. setzt sich dafür ein, Aufklärung frühzeitig und verbindlich in Schulen zu verankern und Eltern stärker einzubinden. Ziel ist es, den Einstieg in den Konsum deutlich hinauszuzögern und jungen Menschen eine klare Orientierung zu geben. Wer gar nicht erst beginnt, schützt sich am effektivsten vor Lungenkrebs.

Parallel dazu eröffnen medizinische Fortschritte neue Möglichkeiten. Seit April 2026 steht erstmals ein gesetzliches Screening-Programm für Menschen mit erhöhtem Risiko zur Verfügung. Mithilfe von Niedrigdosis-CT können Tumoren früh erkannt werden – häufig noch bevor Symptome auftreten. Das ist ein bedeutender Fortschritt, da bislang nur wenige Erkrankungen in einem frühen Stadium diagnostiziert werden. Die Sächsische Krebsgesellschaft e. V. bewertet diese Entwicklung ausdrücklich positiv und sieht darin eine große Chance für die Versorgung. Der schrittweise Aufbau der notwendigen Strukturen eröffnet die Möglichkeit, die Früherkennung künftig flächendeckend zu etablieren und regionale Unterschiede gezielt auszugleichen. So kann das Angebot nach und nach für immer mehr Menschen zugänglich gemacht werden – eine entscheidende Voraussetzung dafür, das volle Potenzial der Früherkennung auszuschöpfen.

Diese Einschätzung teilt auch Dr. Steffen Drewes, Oberarzt Thoraxchirurgie der Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Dresden sowie Vorstandsmitglied der Sächsischen Krebsgesellschaft e. V. „Das neue Screening ist ein echter Fortschritt, weil wir Lungenkrebs deutlich häufiger in einem Stadium erkennen können, in dem eine Heilung noch möglich ist“, betont er. „Gleichzeitig müssen die Strukturen so ausgebaut werden, dass das Angebot die Menschen auch erreicht – als flächendeckendes Angebot in ganz Sachsen.“

Zugleich hebt er hervor, dass Früherkennung und Prävention untrennbar zusammengehören: „Das Screening ist ein wichtiger Baustein. Der wirksamste Schutz besteht jedoch darin, gar nicht erst mit dem Rauchen zu beginnen oder rechtzeitig aufzuhören. Auch neue Konsumformen ändern nichts am grundlegenden Risiko.“

Auch Univ.-Prof. Dr. Ursula Froster, Vorstandsvorsitzende der Sächsischen Krebsgesellschaft e. V., unterstreicht die Dringlichkeit: „Im Versorgungsalltag sehen wir immer wieder die Folgen verspäteter Diagnosen. Moderne Therapien können viel leisten, ersetzen aber keine wirksame Prävention. Deshalb müssen wir den Einstieg in den Nikotinkonsum konsequent verhindern und zugleich die Früherkennung weiter stärken.“

Die Sächsische Krebsgesellschaft e. V. sieht deshalb Handlungsbedarf auf mehreren Ebenen: wirksame Prävention, breit angelegte Aufklärung über sämtliche Formen des Nikotinkonsums und ein konsequenter Ausbau der Früherkennung.

Abschließend betont die Gesellschaft: „Lungenkrebs gehört zu den Erkrankungen, auf die wir großen Einfluss haben. In vielen Fällen lässt er sich vermeiden – und dort, wo er entsteht, deutlich früher erkennen. Diese Chancen dürfen wir nicht ungenutzt lassen.“

[1] https://www.statistikportal.de/...

Gesundheit & Medizin / Weltnichtrauchertag / Lungenkrebs / Tabakkonsum / Prävention / Früherkennung / Sächsische Krebsgesellschaft
[lifepr.de] · 28.05.2026 · 15:57 Uhr
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