Kostenlose Freispiele: Cleveres Extra oder reine Lockfalle?
Freispiele gehören zu den am weitesten verbreiteten Angeboten von Online-Glücksspiel-Anbietern. Sie sind fast immer Teil sogenannter Willkommensboni und werden darüber hinaus in regelmäßigen Kampagnen auch bestehenden Nutzern angeboten. Nicht selten stößt man über so beworbene Freispiele ohne Einzahlung und viele User fragen sich dann, ob solche Angebote wirklich als kostenlose Geschenke zu verstehen sind oder doch etwas anderes dahintersteckt. Die Antwort darauf fällt etwas differenzierter aus.
Was sind Freispiele überhaupt?
Freispiele können je nach Plattform unterschiedliche Dinge sein. Sie beziehen sich dabei grundsätzlich auf die Spiele, die vom jeweiligen Anbieter zur Verfügung gestellt werden. Bei einer Online-Spielothek sind Freispiele daher schlichtweg kostenlose Spielrunden an ausgewählten Online-Spielautomaten.
Kostenlos bedeutet dabei schlichtweg, dass der Anbieter für die Spielrunden ein digitales Bonus-Guthaben bereitstellt und keine zusätzliche Einzahlung erforderlich ist. Befindet sich bereits eigenes Guthaben im Spielerkonto, so wird dieses für die Freispiele nicht herangezogen.
In einem Online-Casino mit einem breiteren Spielangebot können sich Freispiele dann auch auf andere Casinospiele wie Roulette, Blackjack, Baccarat oder Poker beziehen. Auch hier wird der Einsatz für die Spielrunden dann praktisch vom Anbieter gesponsert. Wie viele Freispiele es dabei gibt, hängt vom Anbieter und seiner jeweiligen Aktion ab.
In einem Online Casino ohne Limit findet man nicht selten Angebote mit mehreren Hundert Freispielen. Solche Angebote sind meistens aber dann doch an eine Einzahlung geknüpft und somit eben per se nicht kostenlos.
Vom Freispiel bis zur Auszahlung: Unterschiedliche Freispiel-Formen und Bedingungen
Während sich Freispiele selbst grundsätzlich auf verschiedene Spielformen beziehen können, gibt es weitere Kriterien, nach denen sich Freispiele unterscheiden lassen. Eine zentrale Frage dabei ist, wie genau das vom Casino zur Verfügung gestellte Guthaben einzuordnen ist.
In den meisten Fällen handelt es sich um Bonus-Guthaben. Das bedeutet, dass der jeweilige Betrag nicht einfach ausgezahlt werden kann. Das vom Nutzer eingezahlte Echtgeld-Guthaben und das zusätzliche Bonus-Guthaben kommen quasi nicht in einen Topf, sondern werden separat gemanagt.
Ebenso entscheidend ist die Frage, in welche Kategorie Casino-Guthaben dann die Freispiel-Gewinne fallen. Auch hier gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder landen die Freispiel-Gewinne im Echtgeld-Topf oder aber beim Bonusgeld. Letzteres ist deutlich üblicher, was verschiedene Gründe hat.
Bei Freispiel-Angeboten, bei denen die Gewinne direkt als Echtgeld verrechnet werden, ist dann eine sofortige Auszahlung möglich. Aber auch hier lohnt sich der Blick ins Kleingedruckte. Die meisten Anbieter erlauben Auszahlungen nämlich erst ab einer bestimmten Summe.
Wer also mit den Echtgeld-Freispielen, oft auch Cash Spins genannt, nicht genug Gewinn generiert, kann diesen womöglich trotzdem nicht auszahlen. In dem Fall ist also zunächst eine echte Einzahlung notwendig, um genug auszahlbares Guthaben zu haben. Doch auch hier gibt es eine Hürde.
Beim Online-Glücksspiel ist es grundsätzlich nicht erlaubt, einfach mal einen Betrag X einzuzahlen, nur um diesen direkt wieder auszuzahlen. Stattdessen muss eingezahltes Geld mindestens einmal auch beim Spielen gesetzt werden. Der Grund dafür ist logisch, denn mit dieser Regelung soll verhindert werden, dass Gelder verschleiert oder gewaschen werden.
Umsatzbedingungen bei Freispielen verstehen
Doch kommen wir zum Regelfall. Freispiel-Gewinne werden in den allermeisten Fällen als Bonusguthaben verbucht und hier liegt die wahre Tücke hinter den Angeboten. Bei Bonus-Guthaben gelten immer gewisse Umsatzbedingungen, die je nach Anbieter und Aktion extrem unterschiedlich ausfallen können.
Bevor man ein Angebot also annimmt, sollte man diesen Aspekt immer prüfen. Wenn ein Casino intransparent mit den Informationen in dieser Hinsicht umgeht, dann ist das kein gutes Zeichen und man sollte das Angebot lieber ausschlagen. Viele Anbieter haben heute sehr ähnliche Umsatzbedingungen, um im Markt in fairem Wettbewerb zu bleiben.
Zu den Umsatzbedingungen zählen meistens zwei grundlegende Aspekte. Zum einen gibt es den Faktor, nach dem Guthaben umgesetzt werden muss. Zum anderen gibt es eine zeitliche Frist, in der das Guthaben vollständig umgesetzt werden muss. Als Beispiel nehmen wir einmal einen Umsatzfaktor von 40x.
Dies ist ein sehr häufiger und realistischer Wert. Er bedeutet, dass das Bonusguthaben, also in diesem Fall der Gewinn aus Freispielen, 40-mal umgesetzt werden muss. Umgesetzt heißt praktisch eingesetzt. Wer also 20 Euro gewinnt, muss genau diese 20 Euro dann also 40-mal einsetzen.
Das ergibt einen zu setzenden Betrag von 800 Euro. Viele Nutzer, die damit noch keine Erfahrung haben, fragen sich erst einmal, wie das überhaupt gehen soll. Tatsächlich gelingt das ganze nur dann, wenn das Guthaben lange genug im Spiel bleibt. Die mit den 20 Euro erspielten Gewinne werden also immer wieder eingesetzt, um mit Glück weitere zu erzielen.
Man setzt also 20 Euro, die mit Glück vielleicht in 25 Euro Gewinn resultieren. Man hat also ein Plus von 5 Euro. Dann setzt man diese 25 erneut und hat somit insgesamt 45 Euro gesetzt. Wenn aus den 45 Euro dann zum Beispiel 100 Euro werden, setzt man auch diese erneut. Das ganze geht so lange weiter, bis man 800 Euro gesetzt hat.
Da Gewinn und Verlust dabei ein ständiges Auf und Ab sein können, hat man am Ende entweder weniger als die ursprünglichen 20 Euro oder aber mehr als diese. Wichtig ist, dass die Summe dann umgesetzt und damit freigespielt wurde. Das Geld, was nach dem Umsetzen übrige bleibt, wird zu auszahlbarem Echtgeld-Guthaben.
Unfaire Bedingungen erkennen
Ein Umsatzfaktor von 40x ist durchaus zu schaffen, aber keineswegs garantiert. Schließlich kommt es auch beim Umsetzen auf das Glück in dem Moment an. Wenn beim ersten Durchgang von den 20 Euro nur noch 2 Euro Guthaben übrig bleiben, wird ein erfolgreiches Umsetzen äußerst unwahrscheinlich.
Praktisch kann das Bonus-Guthaben zu jedem Zeitpunkt während des Umsetzens durch das reine Spielen gegen Null gehen. Dann hat man den Bonus oder seine Freispiel-Gewinne schlichtweg wieder verloren. Das ist tatsächlich völlig üblich, denn Glücksspiel ist eben Glücksspiel.
Der Anbieter selbst hat aufgrund der extern geprüften Zufallsgeneratoren darauf keinen Einfluss, weshalb dieser Aspekt auch grundsätzlich nichts mit Unfairness zu tun hat. Aber es gibt durchaus Aspekte, wo sich die Frage stellt, wie fair ein Angebot, bzw. der Anbieter mit Boni und Freispielen umgeht. Das betrifft vor allem das Festlegen der Umsatzbedingungen.
Wenn Bonusgelder oder Freispielgewinne beispielsweise 100-mal umgsetzt werden müssen, haben Nutzer praktisch keine Chance, das Ganze mit einem realen Gewinn zu beenden. Ein Faktor von 30x hingegen gilt in der Branche als sehr fair und durchaus machbar.
Darüber hinaus kommt es stark auf die Fristen an. Wenn das Umsetzen innerhalb von nur 24 oder 48 Stunden erfolgen muss, steigt der Druck auf die Teilnehmer. Man ist quasi gezwungen direkt nach dem Gewinn weiter zu spielen und muss dann oft deutlich länger spielen, als man vielleicht geplant hatte.
Gibt ein Anbieter hingegen ein Zeitfenster von 30 oder 60 Tagen, was durchaus üblich ist, dann hat man deutlich mehr Zeit und vor allem Flexibilität.


