Der gestolperte Kickflip: Tony Hawk’s Pro Skater 3 + 4 legt Fehlstart auf Steam hin
Die Erwartungen waren astronomisch. Nach dem phänomenalen Erfolg des 2020er Remakes von Tony Hawk’s Pro Skater 1 + 2, das von Kritikern mit Lob überschüttet wurde und einen beeindruckenden Bewertungsdurchschnitt von 89 auf OpenCritic einfuhr, schien der Weg für die Fortsetzung geebnet. Die Hype-Maschine für Tony Hawk’s Pro Skater 3 + 4 lief auf Hochtouren, angeheizt durch die Vorfreude der Fans und die glorreiche Rückkehr der legendären Serie. Doch bereits im Vorfeld mischten sich erste Misstöne in die Symphonie der Vorfreude – Kontroversen um umstrittene Änderungen am Karrieremodus von Pro Skater 4 und die Frage nach Bam Margeras Auftritt im Spiel sorgten für Unruhe. Nun, nach dem Release, zeigt sich: Die Landung auf Steam war alles andere als perfekt.
Die ernüchternden Zahlen der Realität
Ein Blick auf die nackten Zahlen von Steam zeichnet ein überraschend verhaltenes Bild. Wie von TheGamer zuerst berichtet, konnte der mit 49,99 Euro bepreiste Titel zum Start lediglich einen Peak von 2.214 gleichzeitigen Spielern erreichen. Auf den ersten Blick mag das wie eine Verbesserung gegenüber den 1.804 Spielern von THPS 1 + 2 wirken, doch dieser Vergleich hinkt gewaltig. Der Vorgänger erschien erst drei Jahre nach seinem ursprünglichen Release auf Steam. Für einen Day-One-Launch ist der Wert von 3 + 4 also eine kalte Dusche. Doch es gibt eine plausible Erklärung für diese Zurückhaltung, die weniger mit dem Spiel selbst und mehr mit moderner Vertriebspolitik zu tun hat.
Der alles verändernde Game-Pass-Faktor
Der wohl entscheidendste Grund für die verwaisten Skateparks auf Steam hat einen grünen Anstrich: Tony Hawk’s Pro Skater 3 + 4 ist vom ersten Tag an im Xbox Game Pass enthalten – und das schließt auch die PC-Version des Abo-Dienstes mit ein. Zahlreiche Spieler, die Interesse am Titel hatten, standen vor einer einfachen Rechnung: Warum den vollen Preis auf Steam bezahlen, wenn man das Spiel ohne zusätzliche Kosten über ein bereits bestehendes Abonnement herunterladen kann? Dieser „Game-Pass-Effekt“ kanalisiert einen signifikanten Teil der potenziellen Steam-Käuferschaft auf eine andere Plattform und lässt die Verkaufs- und Spielerzahlen bei Valve blutleer erscheinen.
Die Stimme der unzufriedenen Community
Doch es ist nicht nur die Spielerzahl, die Sorgen bereitet. Auch die Rezeption durch die Community auf Steam ist unerwartet frostig. Während die Fachpresse dem Spiel durchaus gute Noten ausstellt, steht die Steam-Bewertung aktuell nur auf „Ausgeglichen“. Lediglich 68 % der Nutzer-Reviews fallen positiv aus. Ein tieferer Blick in die negativen Kommentare bestätigt die Befürchtungen aus der Pre-Release-Phase: Der Hauptgrund für den Unmut sind die massiven Änderungen am Karrieremodus von Tony Hawk’s Pro Skater 4. Die Kritik ist also inhaltlicher Natur und kein reines PC-spezifisches Problem. In einer Zeit, in der das Skateboarding-Genre mit Titeln wie Session: Skate Sim und dem kommenden Skate eine neue Blütezeit erlebt, ist die Konkurrenz groß und die Spieler sind wählerischer denn je.

