Der Dax steht vor einem vielversprechenden Start ins Jahr 2026

Der Dax könnte nach seinem beeindruckenden Jahresendspurt in der kommenden Woche weiter zulegen. Laut Marktexperte Andreas Lipkow setzen Investoren auch im neuen Jahr 2026 optimistisch auf eine wirtschaftliche Erholung in Deutschland. Das Rekordhoch von 24.771 Punkten aus dem Oktober bleibt dabei fest im Blick. Dennoch könnte der Enthusiasmus durch die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten am Freitag gedämpft werden.
Für zusätzliche Unruhe sorgt ein militärischer Angriff der USA auf Venezuela, der auf Anordnung von Donald Trump durchgeführt wurde. In der Operation "Absolute Resolve" wurde Nicolás Maduro, der Präsident von Venezuela, festgenommen. Ihm und seiner Frau Cilia Flores droht nun in New York ein Prozess wegen "Drogenterrorismus". An den Finanzmärkten wurden die Ereignisse jedoch zunächst mit Gelassenheit aufgenommen: Der Ölpreis sank leicht, der Dollar legte etwas zu, und für den Dax deutet sich ein positiver Handelsbeginn an, mit einem Plus von einem halben Prozent.
Im vergangenen Jahr 2025 hatte der Dax trotz eines US-Zollschocks das beste Ergebnis seit 2019 verzeichnet, mit einem Plus von 23 Prozent. Frank Sohlleder von Activtrades hebt die moderate Bewertung des Dax im Vergleich zu den heißgelaufenen US-Indizes hervor. Immer mehr Investoren könnten in europäische Blue Chips investieren, was dem Dax weiteren Auftrieb geben könnte. Ulrich Kater von der Dekabank verweist auf robuste Fundamentaldaten und die Anpassungsfähigkeit der Unternehmen angesichts politischer Disruptionen.
Das Jahr 2026 dürfte laut Kater ein positives Jahr für Aktienmärkte werden, auch in Europa, wo mit zunehmenden Wachstumsimpulsen gerechnet wird. Allerdings mahnt Kater zur Vorsicht, denn der fortlaufende Strukturwandel in der Wirtschaft wird Gewinner und Verlierer hervorrufen. In der kommenden Woche stehen zudem eine Reihe von Konjunkturdaten im Fokus, insbesondere die Verbraucherpreise und Inflationsdaten aus Deutschland sowie die monatlichen Arbeitsmarktzahlen aus den USA.
Dirk Chlench von der Landesbank Baden-Württemberg erwartet, dass die US-Jobdaten aufgrund vergangener Verspätungen in der Veröffentlichung die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinssenkungen durch die Fed erhöhen könnten. Sollte dies der Fall sein, wäre das eine positive Nachricht für die weltweiten Börsen. Sollten die Daten allerdings anders ausfallen und Zinssenkungshoffnungen dämpfen, könnte der Dax unter Druck geraten.
In Bezug auf einzelne Unternehmen wird Grenke am Mittwoch über sein Neugeschäft berichten, während am Freitag der norwegische Düngemittelhersteller Yara seinen Kapitalmarkttag abhält, was auch Rückschlüsse auf den deutschen Konkurrenten K+S zulassen könnte.

