Dax vor weiterer Talfahrt: Nervosität an den Börsen steigt
Der deutsche Leitindex Dax steht angesichts der jüngsten Entwicklungen an den US-Börsen vor einem herausfordernden Handelstag. Mit einem prognostizierten Rückgang von 1,2 Prozent sat der X-Dax ein Abrutschen unter die psychologisch wichtige Marke von 23.000 Punkten bevor. Bereits am Vortag erwies sich die anfängliche Euphorie über starke Quartalszahlen von Nvidia an der Wall Street als nur von kurzer Dauer. Auch der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 gerät zunehmend unter Druck.
Thomas Altmann von QC Partners kommentierte am Morgen, dass der Dax durch den massiven Kursabfall an den US-Börsen mit einer schweren Last in den neuen Handelstag starte. Positiv aufgenommene Nvidia-Ergebnisse konnten die anhaltende Sorge vor einer neuen KI-Blase nicht nachhaltig dämpfen. Viele Anleger zögen sich saisonbedingt aus den Märkten zurück, was zu einer Verschärfung der Stimmung beitrage.
Zudem befindet sich der Dax seit drei Tagen unter seinem 200-Tage-Durchschnitt, was das technische Chartbild zusätzlich belastet. Sollte der Index die Marke von 23.000 Punkten nicht halten, wäre dies das erste Mal seit Beginn des Jahres, dass ein solch tiefer Stand erreicht wird. Durch den schwachen Start vergrößert sich der Wochenverlust auf satte 3,7 Prozent.
Trotz eines mäßigen Umfelds könnten die Aktien von CTS Eventim wegen erfreulicher Geschäftszahlen positiv reagieren. Das Unternehmen bestätigte aufgrund robusten Wachstums seine Jahresziele, was die Anleger auf der Handelsplattform Tradegate vorbörslich mit kräftigen Kursgewinnen von fast zwei Prozent honorierten.
Rüstungswerte sind hingegen durch einen diskutierten US-Friedensplan für die Ukraine belastet. Rheinmetall-Aktien zeigten vorbörslich ein leichtes Minus, während der Kurs des Rüstungskonzerns Renk nach Wertverlusten des Vortags weiterhin nicht auf Erholungskurs ist. Analysten der Bank Jefferies betrachten die aktuelle Abwertung jedoch als potenziell attraktiven Einstiegszeitpunkt.

