Dax schüttelt Verluste ab – Rüstungssektor unter Druck
Der Dax hat sich am Montag von den Verlusten des vorherigen Freitags erholt und zeigte sich am Nachmittag mit einem Anstieg von 0,4 Prozent auf 24.281 Punkte robust. Damit bleibt der deutsche Leitindex im Aufwärtstrend der letzten drei Wochen und hält die im Oktober aufgestellte Höchstmarke von 24.771 Punkten in Sichtweite. Auch an den New Yorker Börsen zeigte sich nach der Schwäche vom Freitag eine Erholung, was sich positiv auf die deutschen Märkte auswirkte.
Der MDax, der mittelgroße deutsche Unternehmen umfasst, stieg um 0,7 Prozent auf 30.173 Zähler, während der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 um denselben Prozentsatz zulegte. Dennoch bleibt laut Marktexperte Andreas Lipkow Vorsicht geboten, da die Abverkaufsbereitschaft bei Kursen oberhalb von 24.400 Punkten hoch bleibt. Ein Anstieg über das bisherige Rekordniveau wird daher kein Selbstläufer sein, zumal ein Straucheln beim Thema Künstliche Intelligenz den letzten Ausbruchsversuch am Freitag vereitelt hatte.
In der laufenden Börsenwoche liegt das Augenmerk der Anleger auf dem US-Arbeitsmarktbericht, der am Dienstag nachgeholt wird. Der wochenlange Regierungsstillstand hatte die US-Notenbank Fed im Unklaren über die Arbeitsmarktlage gelassen, wobei die Kontrolle über Inflation und Vollbeschäftigung weiterhin zentrale Ziele bleiben.
Der Rüstungssektor rückte aufgrund fortdauernder Verhandlungen zwischen den USA und der Ukraine ins Rampenlicht. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj signalisierte Berichten zufolge, auf einen NATO-Beitritt verzichten zu können, was eine wesentliche Bedingung Moscows für ein mögliches Ende des Ukraine-Konflikts wäre. Diese Entwicklungen führten dazu, dass Aktien von deutschen Rüstungsfirmen wie Rheinmetall, Renk, Hensoldt und TKMS Kursverluste zwischen 2,3 und 4,4 Prozent hinnehmen mussten.
Im Dax stachen die Aktien von Fresenius mit einem Gewinn von 1,2 Prozent hervor. Analystin Aisyah Noor von Morgan Stanley lobte die Aktien des Gesundheitskonzerns als Branchenfavoriten für das Jahr 2026, vor allem wegen der Perspektiven im Biopharma-Segment von Kabi.
Positiv hervorgetan hat sich auch Tui, dessen Aktien fast sechs Prozent zulegten und damit den höchsten Stand seit Anfang September erreichten. Dagegen setzte Fraport seinen Abwärtstrend fort, mit einem Kursrückgang von einem Prozent. Sowohl Morgan Stanley als auch MWB Research senkten ihre Kursziele, da erhebliche Kosten im Wirtschaftsplan für 2026 eine Reduktion der Gewinne des Flughafenbetreibers erwarten lassen.

