Dax: Erholung setzt sich fort – Fokus auf US-Arbeitsmarkt
Der deutsche Leitindex, der Dax, hat am Freitag seinen Erholungskurs fortgesetzt und ist um 0,29 Prozent auf 23.838 Punkte gestiegen, wodurch er sich der psychologisch wichtigen 24.000-Punkte-Marke weiter annäherte. Auf Wochensicht deutet sich dennoch ein marginaler Rückgang an. Der MDax, Heimat der mittelgroßen Unternehmen, legte um 0,94 Prozent auf 30.073 Zähler zu. Auch der EuroStoxx 50, Index der Eurozone, konnte um 0,23 Prozent zulegen.
Hoffnungen auf eine Beruhigung an den Anleihemärkten und die Aussicht auf geldpolitische Unterstützung hatten am Vortag für Aufwind gesorgt. Mit Spannung wird nun auf den US-Arbeitsmarktbericht geblickt. Dieser spielt eine Schlüsselrolle für die weiteren geldpolitischen Schritte der US-Notenbank Fed, einschließlich möglicher Zinssenkungen im September. Sollten die Jobdaten einen schwächelnden Arbeitsmarkt zeigen, könnten die Spekulationen auf kräftigere Zinssenkungen zunehmen. Insbesondere Revisionsdaten könnten das Bild weiter beeinflussen.
Stephen Innes von SPI Asset Management sieht in den Marktreaktionen nach Aussagen von Fed-Chef Powell aus Jackson Hole bereits eine Zinssenkung eingepreist, doch bleiben viele Optionen offen. Selbst eine stärkere Senkung um 0,50 Prozentpunkte wäre bei einem ungünstigen Arbeitsmarktbericht denkbar. Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets beobachtet zudem einen Mangel an Fachkräften in den USA, was Unternehmen immer öfter zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz veranlasst, um Personalaufwand zu reduzieren. Sinkende Zinsen würden Aktien im Verhältnis zu Anleihen attraktiver machen und könnten Investitionen und die Kreditnachfrage antreiben, was der Wirtschaft schließlich einen Wachstumsschub geben könnte.
In dieser Marktlage legten die Preise für Industriemetalle wie Kupfer zu, ebenso konjunktursensible Aktien wie die von Stahlhersteller Thyssenkrupp, die im MDax um 5,4 Prozent stiegen, während Salzgitter im SDax um 7,3 Prozent zulegte. Im Dax führte Infineon mit einem Plus von 2,3 Prozent. Positive Quartalszahlen von Broadcom sorgten für Optimismus in der Chipbranche. Analysten wie Harlan Sur von JPMorgan lobten Broadcoms solide Umsatzprognosen, unterstützt durch KI-Nachfrage und stabilisierende Halbleitermärkte. Im SDax profitierte Sixt von einer Kaufempfehlung der UBS und stieg um 3,4 Prozent.

