CSU steht vor Zuwanderungsdebatte: Weber und Söder mit konträren Ansätzen
Der stellvertretende Parteivorsitzende der CSU, Manfred Weber, betont die wichtige Rolle der Zuwanderung in Deutschland und insbesondere in Bayern. Diese sei wesentlich für den Bedarf an Fachkräften, etwa im Pflegebereich, und solle verstärkt in den Fokus rücken. Gleichzeitig sieht er die Bekämpfung illegaler Migration als entscheidende Aufgabe seiner Partei. "Das sollten wir in jedem Bierzelt sagen", äußerte sich Weber gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Seiner Ansicht nach müsse man den Bürgern ehrlich kommunizieren, dass Deutschland und Bayern zunehmend vielfältiger in ihrer Struktur werden, um Vertrauen zu gewinnen.
Parallel dazu spricht sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder für eine härtere Gangart bei Abschiebungen aus. In einem Interview mit dem "Münchner Merkur" plädierte Söder dafür, Rückführungen nach Afghanistan und Syrien zu intensivieren und das Stadtbild zu verändern.
Weber hingegen hebt den positiven Anteil Zugewanderter hervor, die sich integrationswillig zeigen und zur Gesellschaft beitragen. Zudem lobt er Söders Schöpfung des Begriffs der "Döner-Partei CSU" als gelungene Metapher für die Verknüpfung von Tradition und Moderne. Die CSU, so Weber, stehe nicht nur für Leberkäse, sondern auch für Döner, und solle vermehrt darauf setzen, auch deutsch-türkische Bürgerinnen und Bürger zu integrieren.

