Bitcoin fiel nicht auf $24.000: Binance-Wick auf illiquidem Paar erklärt

Am ersten Weihnachtstag sorgte ein plötzlicher, dramatischer Preisrückgang auf einem einzelnen Binance-Handelspaar für Aufregung in den sozialen Medien, als Bitcoin (BTC) kurzzeitig auf $24.111 gehandelt wurde.
Anatomie eines Flash-Wicks
Der gemeldete „Crash“ ereignete sich ausschließlich auf dem BTC/USD1-Paar von Binance, einem Markt mit minimaler Handelsaktivität. Analyst Shanaka Anslem Perera erklärte, dass dieser „Crash“ nur in einem Orderbuch existierte und nicht den gesamten Bitcoin-Markt betraf.
Perera stellte fest, dass das primäre BTC/USDT-Paar, auf dem der Großteil des Handelsvolumens stattfindet, während des Vorfalls nie unter $86.400 fiel. Der Preisverfall dauerte etwa drei Sekunden, bevor Arbitrage-Algorithmen den günstigen BTC kauften und den Preis auf etwa $87.000 zurückbrachten. Ein ähnliches Muster wurde bereits am 10. Dezember beobachtet, als der Preis von $96.000 auf $76.000 fiel, ebenfalls auf dem USD1-Paar.
Perera führte die Instabilität direkt auf eine Binance-Promotion zurück. „Binance startete eine 20% APY-Promotion auf USD1-Einlagen 24 Stunden vor diesem Ereignis“, bemerkte er. Diese Aktion führte dazu, dass viele Händler ihre USDT in den USD1-Stablecoin tauschten, um von den Zinsen zu profitieren, was die Verkaufsliquidität im BTC/USD1-Orderbuch erschöpfte. Als eine große Verkaufsorder platziert wurde, traf sie auf ein leeres Orderbuch, was den Preis bis zum nächsten Gebot fallen ließ.
Der Account Master of Crypto fasste es einfach zusammen: „That single trade wiped the order book and pushed price down for seconds… Just a liquidity event, not a crash.“
Breiterer Marktkontext und anhaltende Unsicherheiten
Dieses Mikroereignis fand vor dem Hintergrund einer allgemeinen Marktunsicherheit statt, wobei der Bitcoin-Kurs immer wieder an der $90.000-Marke scheiterte. Zum Zeitpunkt des Schreibens wurde die Kryptowährung bei etwa $88.500 gehandelt, mit leichten täglichen Gewinnen, jedoch ohne klare Richtung. Der schwere Markteinbruch vom 10. Oktober, bei dem Bitcoin an einem einzigen Tag über $12.000 verlor, hat die Krypto-Community nachhaltig verunsichert.
Ein Experte erklärte kürzlich, dass der 10. Oktober „etwas Psychologisches gebrochen“ habe, was zu einer anhaltenden Vorsicht führte, die den Markt empfindlich auf jegliche Anzeichen von Problemen reagieren lässt, selbst wenn diese nur illusorisch sind.
Der Wick am Weihnachtstag dient als Fallstudie dafür, wie Werbeaktionen vorhersehbare Risiken in illiquiden Märkten schaffen können und wie sensationelle, aber unvollständige Informationen sich schnell verbreiten. Für Händler verdeutlichte es die Gefahr neuer, dünn gehandelter Paare, und für den breiteren Markt war es eine kurze Ablenkung von Bitcoins anhaltendem Kampf, Schwung zu gewinnen und die Nachwirkungen eines turbulenten vierten Quartals abzuschütteln.

