Fußball-Bundesliga

Bayern-Stolperer ohne Folgen - «Gegner auf Abstand gehalten»

09. November 2025, 11:30 Uhr · Quelle: dpa
1. FC Union Berlin - Bayern München
Foto: Andreas Gora/dpa
Manuel Neuer sah beim Tor der Berliner unglücklich aus.
Manuel Neuer übernahm die Schuld für den Patzer in Berlin, doch die Bayern holten einen Punkt. Trotz des Remis bleibt der Vorsprung auf die Konkurrenz intakt und stärkt den Titelkurs.

Berlin (dpa) - Sie sind also auch nur Menschen. Mit einem Patzer leitete Torwart Manuel Neuer die ersten Punktverluste der zuvor makellosen Bayern in Berlin ein. Nach dem 2:2 bei Union nahm der 39-Jährige die Köpenicker Führung fix auf seine Kappe. 

«Ich habe versucht, ihn - weil so viel vor mir los gewesen ist - festzuhalten und das war dann die falsche Entscheidung», sagte Neuer. Er habe den Ball sichern wollen, um einen Gegentreffer durch einen Abpraller zu verhindern. Der zentrale Schuss von Danilho Doekhi rutschte dem Weltmeister von 2014 aber durch die Hände. 

Alle seine 16 Pflichtspiele hatte der deutsche Rekordmeister zuvor gewonnen, zuletzt in der Königsklasse in berauschender Manier gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain. In Berlin erwischten neben Neuer auch viele andere Bayern nicht ihren besten Tag. Trotzdem sicherte Torjäger Harry Kane mit seinem Tor in der Nachspielzeit noch einen wichtigen Punkt.

Bayern bauen Vorsprung sogar noch aus

Viel deutet darauf hin, dass das Spiel in Köpenick nicht die Wende der Saison bringen wird, sondern den Marsch der Bayern zum Titel nur minimal verlangsamt. Denn anstatt den ersten Patzer des FCB auszunutzen, ließ die Konkurrenz die Gelegenheit liegen. Leipzig verlor in Hoffenheim. Der BVB kassierte beim HSV den späten Ausgleich. 

Man habe in Köpenick nicht nur einen Punkt mitgenommen, «sondern auch die Gegner noch weiter auf Abstand gehalten», sagte Neuer etwas überrascht. «Das hätte man jetzt auch nicht gedacht nach dem Spiel und Spielverlauf.» Sechs Punkte Vorsprung hat der Tabellenführer jetzt schon auf Leipzig. Von ernsthaften Verfolgern kann in der Bundesliga keine Rede sein. 

Zumindest konnte sich Trainer Vincent Kompany bestätigt fühlen. «Ich habe zum Glück drei Tage meine Spieler und die Presse vorbereitet auf genau dieses Spiel. Ich war der Einzige, der das geglaubt hat, glaube ich», sagte der 39-Jährige. «Der Spielverlauf in der ersten halben Stunde war viel zu wenig von uns.»

Es braucht eine geniale Einzelaktion

Die Berliner brachten ihre Kernkompetenzen zum Tragen. Störten früh und giftig, waren insbesondere bei Standards brandgefährlich. Dazu eine hitzige Atmosphäre und ein unangenehmer November-Tag. Offenbar das perfekte Rezept für einen Stolperer der Bayern. «Wir wussten, dass es eklig sein wird. Wir waren darauf eingestellt. Das hat sich bewahrheitet dann auch am Ende», sagte Neuer. Erst in der 33. Minute schafften die Münchner einen Torschuss. Offensiv wirkten sie fast zahm, in der Defensive teils fahrig.

Kompany verzichtete trotz des kräftezehrenden Spiels in Paris auf größere Rotation. Nur Leon Goretzka begann statt Aleksandar Pavlović. Doch Müdigkeit wollten die Münchner nicht als Ausrede gelten lassen. «Nein, weil sonst kann man am Ende nicht so pushen, wie die Jungs es gemacht haben», sagte Kompany bei Sky auf eine entsprechende Frage. «Wir haben mental nicht verstanden, wo der Knackpunkt ist.» Möglicherweise lässt sich ein solcher Spannungsabfall auch kaum vermeiden.

So brauchte es dann einen genialen Geistesblitz von Luis Díaz, um den Rekordmeister etwas aufzuwecken. Eigentlich war der Kolumbianer vor seinem Ausgleichstreffer in einer aussichtslosen Position, auf dem Boden liegend und an der Torauslinie gestellt. Doch blitzschnell spitzelte er den Ball an Gegenspieler Janik Haberer vorbei, schnellte hoch und schoss aus spitzem Winkel ein. 

Eine Aktion, die bei beiden Trainern für Staunen sorgte. «Ich kann genauso viel für dieses Tor wie er», sagte Kompany lachend in Richtung von Union-Coach Steffen Baumgart. «Wir haben diesen Moment gebraucht, wirklich.» Baumgart bezeichnete das Tor als «einfach Weltklasse» und konnte nicht einmal wirklich böse klingen, als er sagte: «Ich hätte es vielleicht in einem anderen Spiel lieber gesehen.»

Generalprobe für das Pokalspiel?

Nach der schwierigen ersten halben Stunde attestierte Kompany seinem Team, kein schlechtes Spiel gegen einen sehr starken Gegner gemacht zu haben. Anfang Dezember treffen beide Teams schon wieder an gleicher Stelle aufeinander, im Achtelfinale des DFB-Pokals. 

Allzu sehr als Generalprobe wollte Kompany das Spiel am Samstag nicht verstanden wissen, hofft aber auf einen Lerneffekt bei seinen Spielern. «Vielleicht gibt es zwei, drei Spieler, die hier noch nicht waren. Die haben das jetzt zum ersten Mal gesehen und die verstehen das jetzt auch. Das ist vielleicht positiv», sagte er.

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09.11.2025 · 11:30 Uhr
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