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Bafin-Studie: Verbraucher fordern klare Regeln für nachhaltige Geldanlagen

17. Oktober 2025, 13:00 Uhr · Quelle: Eulerpool News
Bafin-Studie: Verbraucher fordern klare Regeln für nachhaltige Geldanlagen
Foto: Eulerpool
Die Bafin-Studie offenbart, dass zwei Drittel der Deutschen an nachhaltigen Geldanlagen interessiert sind. Verbraucher verlangen klare Kriterien und mehr Transparenz, um grüne Investitionen zu sichern.

Nachhaltigkeit ja – aber bitte nachvollziehbar

Nachhaltige Finanzprodukte boomen – doch die Geduld der Verbraucher mit schwammigen Definitionen scheint am Ende. Eine aktuelle Bafin-Umfrage unter 1.528 Personen zeigt: Zwei Drittel der Deutschen interessieren sich für nachhaltige Geldanlagen, knapp ein Drittel hat bereits investiert.

Aber: Die Mehrheit traut den aktuellen Labeln nicht. Verbraucher fordern Klarheit, Kontrolle und Konsequenz.

Strenge Erwartungen: Klare Ausschlüsse und Mindestquoten

Rund 65 Prozent der Befragten wünschen sich, dass Menschenrechtsverletzungen kategorisch ausgeschlossen werden. Mehr als die Hälfte fordert dasselbe für Kohle, Waffen und andere umstrittene Branchen.

Beim Anteil nachhaltiger Investments zeigen sich Anleger erstaunlich anspruchsvoll:

  • 71 Prozent verlangen, dass mindestens 50 Prozent eines nachhaltigen Fonds tatsächlich nachhaltig investiert sind.
  • 35 Prozent fordern sogar mindestens 75 Prozent.
    Im Durchschnitt erwarten die Befragten eine Nachhaltigkeitsquote von 57 Prozent – weit mehr, als viele Fonds derzeit erfüllen.

Artikel-8-Fonds fallen durch

Die Bafin ließ auch mögliche Produktkategorien testen – mit einem deutlichen Ergebnis:

  • 82 Prozent bewerten Fonds, die ausschließlich in nachhaltige Aktivitäten investieren, als glaubwürdig.
  • Nur 39 Prozent halten reine Ausschlussprodukte für nachhaltig.
  • Mischprodukte, die verschiedene Ansätze kombinieren, überzeugen gar nur 30 Prozent.

Damit schicken Verbraucher eine klare Botschaft an Anbieter und Politik: „Nachhaltig“ ist nicht alles, was sich so nennt. Besonders Artikel-8-Fonds, die von Banken oft als grün vermarktet werden, genießen kaum Vertrauen.

Transparenz statt Fachchinesisch

97 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Informationen über die Nachhaltigkeit ihrer Geldanlagen – 60 Prozent wollen diese Angaben vor Vertragsabschluss klar und verständlich präsentiert bekommen.

Die derzeit übliche, regulatorisch überladene Abfrage („Wollen Sie in Ihrem Finanzprodukt ökologisch nachhaltige Investitionen gemäß der Taxonomie-Verordnung ...?“) fällt durch: Nur 29 Prozent halten sie für verständlich.

Zudem empfinden 70 Prozent es als irreführend, wenn Fonds zwar als nachhaltig beworben werden, aber keine Angaben zu nicht nachhaltigen Anteilen machen.

Vertrauen braucht Kontrolle

Verbraucher setzen beim Thema Nachhaltigkeit nicht auf Selbstverpflichtung, sondern auf Aufsicht:

  • 62 Prozent wollen, dass staatliche Behörden die Einhaltung prüfen,
  • 43 Prozent vertrauen Wirtschaftsprüfern,
  • nur 28 Prozent dem Unternehmen selbst.
    Zwei Drittel wünschen sich regelmäßige Prüfungen.

Bürokratie-Frust bei Beratern, Klarheitswunsch bei Kunden

Während Finanzberater über zu viel Regulierung und Papierkram klagen, zeigt die Bafin-Studie: Anleger wünschen sich nicht weniger Regeln – sondern bessere.

Die EU-Kommission arbeitet derzeit an einer Reform der Offenlegungsverordnung (SFDR), um Nachhaltigkeitsinformationen einfacher und glaubwürdiger zu machen. Die Umfrage liefert ihr ein deutliches Mandat:
Die Menschen wollen echte Nachhaltigkeit, keine Marketingbegriffe.

Und sie wollen, dass der Staat hinschaut – nicht erst, wenn das Geld schon falsch angelegt wurde.

Finanzen / Unternehmen / Nachhaltigkeit / Bafin / Geldanlagen
[Eulerpool News] · 17.10.2025 · 13:00 Uhr
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